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Japans Exporte steigen um 16,8% – IWF warnt vor Handelsrisiken

Starke Nachfrage aus China treibt Ausfuhren an, doch Handelsspannungen belasten den Ausblick der viertgrößten Volkswirtschaft.

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Japans Exporte steigen um 16,8% – IWF warnt vor Handelsrisiken

Japans Exportwirtschaft hat im Januar einen kräftigen Aufschwung erlebt. Die Ausfuhren stiegen im Jahresvergleich um 16,8% – der stärkste Zuwachs seit über drei Jahren. Haupttreiber war die robuste Nachfrage aus China, wo Unternehmen ihre Lager vor dem chinesischen Neujahrsfest Mitte Februar auffüllten. Gleichzeitig verbesserte sich das Vertrauen der japanischen Hersteller im Februar erstmals seit drei Monaten, gestützt durch höhere Auftragseingänge im Maschinenbau und einen schwächeren Yen.

Die positiven Handelsdaten geben Tokio Hoffnung, dass die asiatische Nachfrage die schwächelnde Konjunktur stabilisieren kann. Doch Experten warnen vor übermäßigem Optimismus. "Der Exportsprung im Januar war weitgehend auf Verzerrungen durch den Zeitpunkt des chinesischen Neujahrsfestes zurückzuführen", erklärt Stefan Angrick, Leiter für Japan Economics bei Moody's Analytics. Im Vorjahr fiel das Fest in den Januar, diesmal in den Februar – was die Vergleichszahlen verzerrt.

Die japanische Wirtschaft steht vor erheblichen Herausforderungen. Im vierten Quartal 2024 kehrte das Bruttoinlandsprodukt nur mühsam zu einem geringfügigen Wachstum zurück und verfehlte die Markterwartungen deutlich. Schwächere Exporte und Investitionen belasteten die Entwicklung. Zudem drohen neue Risiken durch Handelsspannungen, insbesondere mit den USA und China.

Fiskalpolitik unter Druck

Premierministerin Sanae Takaichi, die ihre Regierungspartei Anfang Februar zu einem Erdrutschsieg bei den Wahlen führte, hat umfangreiche Steuersenkungen und Ausgabenprogramme versprochen. Geplant ist unter anderem eine zweijährige Aussetzung der 8-prozentigen Mehrwertsteuer auf Lebensmittel, um die Haushalte von steigenden Lebenshaltungskosten zu entlasten. Doch diese Pläne belasten Japans ohnehin angespannte Staatsfinanzen zusätzlich.

Eine Schätzung des Finanzministeriums zeigt, dass Japans jährliche Anleiheemissionen in drei Jahren voraussichtlich um 28% steigen werden. Dies wirft Zweifel an Takaichis Argument auf, Steuersenkungen ohne Erhöhung der Verschuldung umsetzen zu können. Analysten warnen, dass der Spielraum für weitere Defizite begrenzt ist – der Druck auf Anleihen und den Yen könnte schnell zurückkehren.

IWF fordert fiskalische Vorsicht

Der Internationale Währungsfonds äußerte sich am Mittwoch anerkennend über Japans "beeindruckende Widerstandsfähigkeit" gegenüber globalen Schocks. Gleichzeitig mahnte die Organisation jedoch zur Vorsicht: "Eine abrupte Verschlechterung der Finanzbedingungen könnte das Vertrauen und die Inlandsnachfrage schwächen. Im Inland bleibt das Hauptrisiko ein schwacher Konsum, falls das Reallohnwachstum nicht ins Positive dreht."

Der IWF fordert Japan auf, die Zinsen weiter anzuheben und eine zusätzliche Lockerung der Fiskalpolitik zu vermeiden. Eine Senkung der Mehrwertsteuer würde die Fähigkeit des Landes schwächen, auf künftige wirtschaftliche Schocks zu reagieren. "Hohe und anhaltende Schuldenstände sowie ein sich verschlechternder Haushaltssaldo setzen Japans Wirtschaft einer Reihe von Schocks aus", warnte die Organisation.

Handelskonflikte belasten Ausblick

Die Handelspolitik bleibt ein zentrales Risiko für die exportorientierte japanische Wirtschaft. Obwohl sich die Exporte nach dem ersten Rückschlag durch US-Zölle im dritten Quartal 2024 wieder erholt haben, bleibt die Dynamik fragil. Das Handelsabkommen mit Washington vom September, das einen Basiszollsatz von 15% für fast alle Waren festlegte, bietet nur begrenzte Sicherheit.

"Höhere US-Einfuhrzölle und ausländische Konkurrenz belasten bereits die Industrieproduktion und das Exportvolumen", so Angrick von Moody's Analytics. "Handelsdrohungen aus China sind eine zusätzliche Sorge." Betrachtet man die Datenreihe der letzten Monate, ist Japans nominaler Warenhandel nahezu ausgeglichen – ein Zeichen dafür, dass der Januar-Sprung nicht nachhaltig sein dürfte.

Analysten setzen ihre Hoffnungen nun auf inländische Faktoren wie den privaten Konsum. Das Lohnwachstum soll die Haushalte von den steigenden Lebenshaltungskosten entlasten. Doch auch hier bleibt die Entwicklung unsicher. Die Bank of Japan steht vor der Herausforderung, die Geldpolitik weiter zu normalisieren, ohne das fragile Wirtschaftswachstum zu gefährden. Höhere Zinsen würden zudem die Kosten für die Finanzierung des riesigen Schuldenbergs Japans erhöhen – ein Dilemma, das die Handlungsspielräume der Regierung weiter einschränkt.

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