Japan durchsucht Microsoft-Büros wegen Wettbewerbsbedenken bei Azure
Japans Kartellbehörde nimmt Microsofts Cloud-Geschäft unter die Lupe – Azure-Kunden sollen an Konkurrenz gehindert worden sein.

Die Japan Fair Trade Commission (JFTC) hat am Mittwoch die Büros von <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft Japan in Tokio durchsucht. Im Fokus der Razzia steht der Verdacht, dass der US-Softwarekonzern Azure-Kunden unzulässigerweise daran gehindert hat, konkurrierende Cloud-Dienste zu nutzen. Dies berichtete die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen.
Die Untersuchung richtet sich konkret gegen mögliche wettbewerbswidrige Praktiken im Zusammenhang mit Microsofts Cloud-Plattform Azure. Die Behörde prüft, ob Microsoft Japan Kunden aktiv davon abgehalten oder darin gehindert hat, Dienste von Konkurrenten wie Amazon Web Services (AWS) oder Google Cloud zu nutzen. Solche Praktiken könnten gegen japanisches Wettbewerbsrecht verstoßen.
Regulatorischer Druck auf Microsoft wächst weltweit
Die Razzia in Japan reiht sich in eine globale Welle regulatorischer Überprüfungen von Microsofts Cloud-Geschäft ein. Auch in Europa hatte die EU-Kommission zuletzt das Bundling von Microsoft-Produkten mit Cloud-Diensten kritisch beäugt. Für deutsche Anleger ist die Aktie des Konzerns (NASDAQ: MSFT) besonders relevant, da Microsoft zu den größten Positionen vieler internationaler Fonds gehört.
Azure ist Microsofts Cloud-Computing-Plattform und belegt weltweit den zweiten Platz hinter AWS von Amazon. Das Cloud-Geschäft gilt als einer der wichtigsten Wachstumstreiber für Microsoft und macht einen erheblichen Teil des Konzernumsatzes aus. Einschränkungen oder Sanktionen in einem bedeutenden Markt wie Japan könnten das Wachstum des Segments belasten.
Die JFTC verfügt über weitreichende Befugnisse, Unternehmen zu untersuchen und bei nachgewiesenen Verstößen empfindliche Strafen zu verhängen. Microsoft Japan hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Die Untersuchung befindet sich noch in einem frühen Stadium, ein Ergebnis ist vorerst nicht absehbar.
