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Tech-Aktien unter Druck: Cisco-Schock zieht Asien-Börsen nach unten

Massive Verluste bei Technologiewerten belasten asiatische Märkte. Anleihen profitieren von Flucht in Sicherheit.

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Tech-Aktien unter Druck: Cisco-Schock zieht Asien-Börsen nach unten

Die asiatischen Aktienmärkte haben sich am Freitag von ihren Rekordhochs zurückgezogen, nachdem ein massiver Ausverkauf bei US-Technologieaktien die Stimmung belastete. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans fiel um 1,1 Prozent, während Japans Nikkei 1,3 Prozent einbüßte. Besonders deutlich waren die Verluste in Hongkong, wo der Hang Seng Index um 2,1 Prozent nachgab.

Auslöser der Marktturbulenzen war ein Kurseinbruch bei Cisco Systems an der Wall Street. Der Netzwerkausrüster meldete eine bereinigte Quartalsbruttomarge unter den Analystenerwartungen, da die Kosten für Speicherchips stark anstiegen. Die Cisco-Aktie brach daraufhin um 12 Prozent ein und vernichtete rund 40 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung. Der technologielastige Nasdaq Composite verlor insgesamt 2 Prozent.

Der Ausverkauf weitete sich schnell auf andere Tech-Giganten aus. Apple-Aktien gaben um 5 Prozent nach – der stärkste Tagesverlust seit April 2025, als die umfassenden "Liberation Day"-Zölle von US-Präsident Donald Trump die Märkte verunsichert hatten. Auch Transportunternehmen gerieten unter Druck, da Investoren zunehmend Sorgen über KI-bedingte Disruptionen hegen.

Defensive Rotation am Markt

"Der vorherrschende Ton an den Märkten ist eine Rotation hin zu defensiveren Bereichen des Aktienmarktes und Unternehmen mit stetigen, weniger zyklischen und berechenbareren Gewinnen", erklärte Chris Weston, Leiter der Forschungsabteilung bei Pepperstone. Investoren betrachten die Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz und AGI zunehmend durch eine neue Brille und versuchen, eine unsicherere und strukturell disruptivere Zukunft einzupreisen.

Die Flucht aus Aktien trieb Anleger verstärkt in sichere Häfen. US-Staatsanleihen verzeichneten starke Zuflüsse, wobei die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen Anleihe über Nacht um 7 Basispunkte einbrach – der stärkste Rückgang seit dem 10. Oktober. Eine sehr starke Auktion 30-jähriger Anleihen trug zusätzlich dazu bei, die längerfristigen Renditen auf 4,728 Prozent zu drücken, den niedrigsten Stand seit dem 3. Dezember.

Zinssenkung im Juni wieder wahrscheinlicher

Die Fed-Funds-Futures erholten sich deutlich und machten den Großteil der Verluste nach den jüngsten Arbeitsmarktdaten wett. Eine Zinssenkung im Juni wird nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent eingepreist, für das Gesamtjahr erwarten Marktteilnehmer eine Lockerung um insgesamt 60 Basispunkte.

Große Aufmerksamkeit richten Investoren nun auf die im Tagesverlauf anstehenden US-Inflationsdaten. Die Prognosen konzentrieren sich auf einen monatlichen Anstieg der Kernrate um 0,3 Prozent, was die Jahresrate von zuvor 2,7 Prozent auf 2,5 Prozent sinken lassen würde. "Selbst ein Ergebnis im Rahmen der Erwartungen würde eine deutliche Verlangsamung gegenüber Dezember widerspiegeln, was dem zyklischen Handel neuen Schwung verleihen könnte", sagte Jose Torres, Senior Economist bei Interactive Brokers.

An den Devisenmärkten gaben die risikosensitiven Währungen Australiens und Neuseelands nach. Der australische Dollar fiel um 0,2 Prozent auf 0,7071 US-Dollar, während der neuseeländische Dollar um 0,1 Prozent auf 0,6029 US-Dollar nachgab. Edelmetalle versuchten sich von den schweren Verlusten zu erholen: Gold stieg um 1,3 Prozent auf 4.984 Dollar pro Unze, nachdem es am Donnerstag über 3 Prozent verloren hatte. Silber kletterte um 2,5 Prozent auf 77 Dollar pro Unze, nach einem Einbruch von 10 Prozent über Nacht.

Ölpreise unter Druck

Die Ölpreise weiteten ihre Verluste aus, nachdem sie bereits in der Nacht um 3 Prozent gefallen waren. Die US-Sorte West Texas Intermediate gab um 0,3 Prozent auf 62,66 Dollar pro Barrel nach, während Brent-Rohöl um 0,2 Prozent auf 67,37 Dollar fiel. Laut AP verlegt die USA einen Flugzeugträger aus der Karibik in den Nahen Osten, da die Spannungen mit dem Iran eskalieren.

Die Financial Times berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass Präsident Trump plane, einige Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte zu senken. Diese Nachricht konnte die negativen Marktstimmung jedoch nicht wesentlich aufhellen.

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