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Japan-China-Konflikt: Zwei Drittel der Unternehmen fürchten wirtschaftliche Folgen

Mehr als zwei Drittel der japanischen Unternehmen erwarten negative wirtschaftliche Auswirkungen durch die angespannten Beziehungen zu China. Fast die Hälfte spürt bereits direkte geschäftliche Konsequenzen, zeigt eine aktuelle Reuters-Umfrage.

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Japan-China-Konflikt: Zwei Drittel der Unternehmen fürchten wirtschaftliche Folgen

Die diplomatischen Spannungen zwischen Japan und China belasten zunehmend die Wirtschaft. Laut einer Reuters-Umfrage unter 237 japanischen Unternehmen rechnen 67 Prozent mit negativen Folgen für ihre Geschäfte. Bereits 9 Prozent melden konkrete Auswirkungen, weitere 35 Prozent erwarten diese in naher Zukunft.

Auslöser der Krise

Die Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften Asiens verschlechterten sich drastisch, nachdem Premierministerin Sanae Takaichi im November erklärte, ein chinesischer Angriff auf Taiwan könne als existenzielle Bedrohung für Japan gewertet werden. China bezeichnete diese Äußerung als "provokant" und reagierte mit wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen. Peking betrachtet Taiwan als Teil seines Territoriums, was die demokratisch gewählte Regierung in Taipeh vehement ablehnt.

Tourismus und Seltene Erden im Fokus

Die chinesische Regierung hat ihren Bürgern von Reisen nach Japan abgeraten, was die Tourismusbranche trifft. "Ein Rückgang der Zahl chinesischer Reisender beginnt, die Auslastungsrate und den Zimmerumsatz unseres Hotelgeschäfts zu belasten", klagte ein Manager eines Eisenbahnbetreibers in der anonymen Umfrage.

Besonders kritisch ist Chinas Exportverbot für Artikel mit militärischer Anwendung. Dies schürt Befürchtungen über mögliche Beschränkungen bei Seltenen Erden, die für Japans Automobil- und Elektronikindustrie unverzichtbar sind. Ein Elektronikhersteller bezeichnete Chinas Politik bei Seltenen Erden als "Frage von Leben und Tod" für sein Unternehmen. Trotz Diversifizierungsbemühungen bezieht Japan noch immer rund 60 Prozent seiner Seltenen Erden aus China.

Unternehmen prüfen Rückzug aus China

Etwa 43 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, bei anhaltender Verschlechterung der bilateralen Beziehungen ihre China-Aktivitäten überprüfen zu wollen. "Wenn die Umsätze japanischer Autohersteller in China beeinträchtigt würden, würden unsere Umsätze sinken und wir stünden vor der Möglichkeit, uns aus dem Geschäft in China zurückzuziehen", warnte ein Manager eines Transportausrüstungsherstellers.

Ein Vertreter eines Chemieunternehmens kündigte an, bei einem langwierigen diplomatischen Streit Chinas Gewichtung bei Umsatz und Beschaffung zu reduzieren. Diese Aussagen verdeutlichen die strategische Bedeutung, die China trotz politischer Risiken für japanische Unternehmen hat.

Zustimmung zur Zinspolitik

In der Umfrage, die vom 24. Dezember bis 7. Januar unter 494 kontaktierten Unternehmen durchgeführt wurde, äußerten sich die Teilnehmer auch zur Geldpolitik. Etwa zwei Drittel bewerteten die jüngste Leitzinserhöhung der Bank of Japan als angemessen. Lediglich 18 Prozent hielten sie für verfrüht, 11 Prozent für zu spät.

Die Ergebnisse zeigen, dass die geopolitischen Spannungen in Ostasien zunehmend zu einem wirtschaftlichen Risikofaktor für japanische Unternehmen werden und strategische Neuausrichtungen erforderlich machen könnten.

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