US-Bundesstaaten verwalten 2,75 Mrd. Dollar in Altersvorsorgeprogrammen
Minnesota und Hawaii führen als 17. und 18. US-Bundesstaat staatliche Rentenprogramme für Arbeitnehmer ohne betriebliche Altersvorsorge ein. Insgesamt haben amerikanische Arbeitnehmer bereits 2,75 Milliarden Dollar in solchen Programmen angespart.

Die Vereinigten Staaten erweitern ihr System staatlich verwalteter Altersvorsorge weiter: Minnesota startete sein Programm am 1. Januar 2026, Hawaii wird im Laufe des Jahres folgen. Damit bieten nun 18 Bundesstaaten Arbeitnehmern ohne Zugang zu einem 401(k)-Plan eine Alternative zur betrieblichen Altersvorsorge.
Automatische Einschreibung als Schlüssel zum Erfolg
Die meisten dieser Programme funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Arbeitgeber müssen entweder einen eigenen Altersvorsorgeplan anbieten oder ihre Mitarbeiter automatisch in die staatliche Option einschreiben. Die Arbeitnehmer werden dabei standardmäßig in individuelle Roth-Rentenkonten aufgenommen, wobei zwischen 3% und 5% des Gehalts abgezogen werden – es sei denn, sie widersprechen aktiv.
Die automatische Registrierung zeigt deutliche Wirkung: Laut einer AARP-Studie ist die Sparquote bei arbeitsplatzbasierten Optionen etwa 15-mal höher als bei privaten Lösungen. Bei 401(k)-Plänen mit automatischer Einschreibung liegt die Beteiligungsquote bei 94%, verglichen mit nur 64% ohne diese Funktion.
53,7 Millionen Arbeitnehmer ohne betriebliche Vorsorge
Der Bedarf für solche Programme ist erheblich: Schätzungen der Economic Innovation Group zufolge haben 53,7 Millionen amerikanische Arbeitnehmer zwischen 18 und 65 Jahren keinen Zugang zu einer arbeitgeberbasierten Altersvorsorge. Die staatlich verwalteten Programme helfen, diese Lücke zu schließen.
Bis Ende 2025 haben Arbeitnehmer insgesamt 2,75 Milliarden Dollar durch staatlich verwaltete Altersvorsorgeprogramme angespart, wie Daten des Center for Retirement Initiatives der Georgetown University zeigen. Der Großteil davon, etwa 2,69 Milliarden Dollar, befindet sich in sogenannten Auto-IRAs.
Bundesweite Initiativen geplant
Für Arbeitgeber entstehen bei diesen Programmen in der Regel keine Kosten, da die Konten von Investmentgesellschaften verwaltet werden. Parallel zu den staatlichen Initiativen arbeiten Bundespolitiker an einer landesweiten Lösung: Der "Automatic IRA Act" im Kongress zielt darauf ab, die meisten Arbeitgeber zur automatischen Einschreibung ihrer Mitarbeiter in Altersvorsorgekonten zu verpflichten.
Eine Bestimmung aus dem Altersvorsorgegesetz Secure 2.0, die 2025 in Kraft trat, schreibt bereits vor, dass 401(k)-Pläne Arbeitnehmer automatisch registrieren müssen – allerdings mit Ausnahmen für sehr kleine Unternehmen und bereits bestehende Pläne. Die Entwicklung zeigt einen klaren Trend: Die USA setzen zunehmend auf automatische Einschreibung, um die Altersvorsorge-Lücke zu schließen.
