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Iran-Waffenstillstand beflügelt Wetten auf Fed-Zinssenkungen leicht

Ein zweiwöchiger Waffenstillstand im Iran-Konflikt nährt Hoffnungen auf US-Zinssenkungen – doch die Unsicherheit bleibt groß.

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Iran-Waffenstillstand beflügelt Wetten auf Fed-Zinssenkungen leicht

Die Ankündigung eines zweiwöchigen Waffenstillstands im Iran-Konflikt hat die Erwartungen der Finanzmärkte an Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve leicht verschoben. Händler begannen am Mittwoch, die potenziellen Auswirkungen einer dauerhaften Beilegung des Konflikts im Nahen Osten zu analysieren – insbesondere eine mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus für die Schifffahrt. Dennoch bleibt eine geldpolitische Lockerung alles andere als sicher.

Terminkontrakte auf Zinssätze spiegeln derzeit eine Wahrscheinlichkeit von etwa eins zu vier für eine US-Zinssenkung bis zum Jahresende wider. Das entspricht rund 25 Prozent – deutlich weniger als die 65-prozentige Chance auf eine Zinssenkung, die unmittelbar nach der Waffenstillstandsankündigung eingepreist war. Vor dem Waffenstillstand hatten Händler sogar noch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed gerechnet.

Ölpreise und Inflation bleiben zentrale Risikofaktoren

Die Unsicherheit an den Märkten ist weiterhin hoch. Die Ölpreise liegen trotz des Waffenstillstands noch immer rund 30 Prozent über ihrem Vorkriegsniveau. Gleichzeitig unterstrichen israelische Luftangriffe auf den Libanon sowie ein iranischer Angriff auf eine saudi-arabische Ölpipeline, wie fragil die Lage bleibt. Eine US-Delegation reist an diesem Wochenende zu Friedensgesprächen nach Pakistan – die Händler hielten sich daher mit ihren Wetten zurück.

Hinzu kommt der innenpolitische Inflationsdruck in den USA. Die im Laufe der Woche erwarteten Daten sollen zeigen, dass die Verbraucherpreise im März so stark gestiegen sind wie seit dem Höhepunkt der Post-Pandemie-Inflation im Jahr 2022 nicht mehr. Damals hatte diese Entwicklung eine aggressive Runde von Zinserhöhungen durch die Fed ausgelöst.

Die Protokolle der Fed-Sitzung vom März verdeutlichen die Zwickmühle der Notenbanker: Einige Mitglieder sahen die Notwendigkeit, Offenheit für weitere Zinserhöhungen zu signalisieren, sollte die Inflation hoch bleiben. Ein länger andauernder Krieg mit anhaltend hohen Energiepreisen könnte die Fed vor eine schwierige Entscheidung stellen – entweder die Zinsen hochzuhalten, um die Inflation zu bekämpfen, oder die Wirtschaft durch Zinssenkungen zu stützen.

Analysten und Fed-Vertreter äußern sich vorsichtig

Krishna Guha von Evercore ISI kommentierte die Lage mit den Worten: „Da die Bedingungen die Fed in diesem Jahr weit weniger wahrscheinlich zu einer Zinserhöhung drängen werden, sind wir der Meinung, dass der Markt eher eine vollständige Zinssenkung in den USA einpreisen sollte." Diese Einschätzung zeigt, dass Analysten trotz der Unsicherheiten eine Verschiebung hin zu einer lockereren Geldpolitik für wahrscheinlicher halten als noch vor dem Waffenstillstand.

Mary Daly, Präsidentin der Federal Reserve Bank of San Francisco, äußerte sich in einer Rede am Mittwoch vor der St. George Area Chamber of Commerce in Utah ebenfalls zurückhaltend. Sie erklärte, es sei noch zu früh, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs und der höheren Ölpreise abzuschätzen, da dies stark davon abhänge, wie lange der Konflikt andauere. „Es besteht die Sorge, dass dies die Inflation in die Höhe treiben könnte: Das ist unsere Aufgabe, darauf werden wir uns konzentrieren", sagte Daly. Gleichzeitig betonte sie, dass der Arbeitsmarkt sich an einem guten Punkt stabilisiert habe.

Globale Zentralbanken reagieren stärker

In anderen Teilen der Welt fiel die Reaktion auf den Waffenstillstand noch deutlicher aus. Händler reduzierten ihre Wetten auf mehrere Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank und die Bank of England. Die Verschiebung der Zentralbankerwartungen war dort nach der Waffenstillstandsankündigung noch ausgeprägter als in den USA – ein Zeichen dafür, dass Europa als besonders anfällig für die Folgen des Nahost-Konflikts gilt.

Für deutsche Anleger und Beobachter bleibt die Entwicklung im Nahen Osten damit ein zentraler Faktor für die weitere Geldpolitik diesseits und jenseits des Atlantiks. Ob der Waffenstillstand hält und welche Signale die kommenden Inflationsdaten aus den USA senden, dürfte die Zinserwartungen in den nächsten Wochen maßgeblich beeinflussen.

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