Iran-Krieg treibt Milliardenausgaben für Anti-Drohnen-Systeme an
Golfstaaten investieren massiv in Abwehrtechnologie – ukrainische Startups hoffen auf Aufträge.

Die anhaltenden Kampfhandlungen mit dem Iran zwingen die Golfstaaten zu einer historischen Aufrüstungswelle. Im Fokus stehen dabei vor allem moderne Abwehrsysteme gegen iranische Shahed-Attackendrohnen, die Städte und kritische Infrastruktur in der Region des Persischen Golfs bedrohen. Seit Kriegsbeginn wurden Verträge über mehr als fünf Milliarden US-Dollar für Rüstungsfirmen bekannt gegeben oder genehmigt.
Zu den großen Profiteuren dieser Entwicklung zählen namhafte Rüstungskonzerne aus den USA, Europa und Australien. Darunter sind Anduril Industries und RTX aus den Vereinigten Staaten, der deutsche DAX-Konzern Rheinmetall sowie das australische Unternehmen EOS. Die Milliardenbeträge kündigen einer Analyse zufolge eine neue Generation globaler Rüstungsunternehmen an.
Ukrainische Startups drängen auf den Markt
Auch ukrainische Unternehmen versuchen, von dem Boom zu profitieren. Sie haben ihre Drohnenabwehrsysteme in den vier Jahren seit dem russischen Vollangriff auf ihr Land unter realen Kriegsbedingungen geschärft und weiterentwickelt. Dennoch stehen sie vor spezifischen Herausforderungen, die ihre Marktchancen in der Golfregion einschränken könnten. Die genauen Hürden wurden in dem Bericht nicht näher spezifiziert.
Die implementierten Systeme bieten der Welt einen ersten Einblick darin, wie fortgeschrittene Volkswirtschaften versuchen, sich gegen unbemannte Systeme zu schützen, die moderne Schlachtfelder grundlegend umgestalten. Die Nachfrage nach solcher Technologie ist enorm gestiegen.
„Fast grenzenloses Geld“ für Rüstungsausgaben
Andreas Krieg, Professor für Sicherheitsstudien am King's College London und ehemaliger Berater der katarischen Armee, beschreibt die Lage mit deutlichen Worten: „Es gibt fast grenzenloses Geld.“ Er fügt hinzu: „Was wir jetzt sehen, ist wahrscheinlich die größte Ausgabenexplosion in der Geschichte der Golfstaaten-Rüstung.“
Diese Einschätzung unterstreicht das Ausmaß der aktuellen Entwicklung. Die Golfstaaten reagieren damit auf eine unmittelbare Bedrohungslage, die durch den Einsatz von Shahed-Drohnen gegen urbane Zentren und Infrastruktur entstanden ist. Die iranischen Angriffe haben das Sicherheitsgefüge im Nahen Osten nachhaltig erschüttert.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von besonderem Interesse. Rheinmetall als einer der genannten Profiteure ist im Dax gelistet und profitiert direkt von den steigenden Rüstungsausgaben in der Golfregion. Der Konzern zählt zu den führenden Anbietern von Luftverteidigungssystemen und könnte von weiteren Aufträgen aus den Golfstaaten profitieren.
Die Ausgabenexplosion in der Golfregion zeigt, dass die Bedrohung durch Drohnen und unbemannte Systeme die Rüstungsplanung weltweit verändert. Die aktuellen Investitionen könnten langfristige Auswirkungen auf die globale Sicherheitsarchitektur haben und neue Standards für die Abwehr solcher Angriffe setzen.
