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Indonesien unter Druck: Moody's senkt Ausblick für G20-Wirtschaft

Ratingagentur warnt vor politischer Unsicherheit – Aktienmarkt verliert binnen Tagen fast 11 Prozent

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Indonesien unter Druck: Moody's senkt Ausblick für G20-Wirtschaft

Die indonesische Wirtschaft gerät zunehmend unter Druck. Nach der Herabstufung des Bonitätsausblicks durch die Ratingagentur Moody's von "stabil" auf "negativ" brachen am Freitag sowohl Aktien als auch die Landeswährung Rupiah ein. Der Jakarta Composite Index verlor fast drei Prozent, die Rupiah fiel auf 16.885 pro US-Dollar – den tiefsten Stand seit Ende Januar.

Die Entscheidung von Moody's trifft Indonesien in einer ohnehin angespannten Marktphase. Allein in der Vorwoche hatten Investoren Aktien im Wert von 80 Milliarden Dollar abgestoßen. Innerhalb von zwei Wochen summieren sich die Verluste am Aktienmarkt nun auf 11,6 Prozent. Ausländische Anleger ziehen sich massiv zurück: Seit vergangenem Mittwoch flossen netto 860 Millionen Dollar ab – nahezu so viel wie im gesamten bisherigen Jahr 2025.

Moody's begründete die Ausblickssenkung mit abnehmender Vorhersehbarkeit der Politikgestaltung und Anzeichen schwächerer Governance. Die Ratingagentur warnte, diese Trends könnten Indonesiens langjährige politische Glaubwürdigkeit untergraben. Gleichzeitig bestätigte Moody's jedoch das Baa2-Rating der 1,4 Billionen Dollar schweren G20-Volkswirtschaft.

Prabowosu ehrgeizige Wachstumspläne im Fokus

Im Zentrum der Kritik steht Präsident Prabowo Subianto, der das Wirtschaftswachstum auf acht Prozent steigern will. Internationale Investoren zeigen sich zunehmend nervös angesichts eines wachsenden Haushaltsdefizits und Zweifeln an der Unabhängigkeit der Zentralbank. Auch der Indexanbieter MSCI hatte kürzlich Transparenzprobleme signalisiert, was den Markteinbruch zusätzlich beschleunigte.

Chef-Wirtschaftsminister Airlangga Hartarto spielte die Herabstufung herunter. Ratingagenturen und globale Finanzmärkte hätten die neue Wachstumsstrategie "noch nicht verstanden", erklärte er. Die indonesische Finanzaufsichtsbehörde betonte, die Bestätigung des Ratings zeige, dass die wirtschaftlichen Fundamentaldaten solide blieben.

Ökonomen der OCBC sehen in der Moody's-Entscheidung einen "Warnschuss". Andere Ratingagenturen könnten folgen, wenn die Unsicherheit in der Politikgestaltung anhalte. "Glaubwürdige politische Entscheidungen sind weiterhin notwendig, um eine Herabstufung der Bonität in den nächsten zwölf bis achtzehn Monaten abzuwenden", schrieben die Analysten.

Druck auf Anleihen und Rupiah steigt

Auch am Anleihenmarkt hinterließ die Ratingentscheidung Spuren. Längerfristige, auf US-Dollar lautende indonesische Staatsanleihen verbilligten sich um 0,3 bis 0,5 Cent und notieren auf dem schwächsten Stand seit fünf Monaten. Marktanalyst Rully Arya Wisnubroto von Mirae Asset Sekuritas warnt vor einer höheren Risikoprämie über alle Anlageklassen hinweg.

Die Ratingagentur S&P Global Ratings hält derzeit noch einen stabilen Ausblick für Indonesien. Analystin Rain Yin erklärte, die jüngste Volatilität habe die Länderrating-Ansichten nicht wesentlich beeinflusst. Allerdings warnte sie: Eine fiskalische Verschlechterung könnte den Druck auf das Rating verstärken, sofern es nicht anderweitig Verbesserungen gebe.

Trotz Zusagen von Regierungsbeamten, Änderungen vorzunehmen, und Rücktritten hochrangiger Funktionäre der Finanzaufsichtsbehörde konnte der Markt bislang nicht stabilisiert werden. Die Nervosität unter Investoren bleibt hoch, solange Klarheit über die künftige Wirtschaftspolitik fehlt.

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