Asiatische Aktienmärkte unter Druck: Technologie-Ausverkauf trifft Südkorea und Indonesien
KOSPI verliert 1,7 Prozent, während Jakarta nach Moody's-Herabstufung über 2 Prozent einbricht

Die asiatischen Aktienmärkte stehen am Freitag unter erheblichem Verkaufsdruck. Während südkoreanische Technologiewerte ihre Talfahrt fortsetzen, bricht der indonesische Markt nach einer Herabstufung durch die Ratingagentur Moody's deutlich ein. Das MSCI-Barometer für asiatische Schwellenländeraktien gab um 0,5 Prozent nach.
Besonders hart trifft es den südkoreanischen KOSPI-Index, der 1,7 Prozent verliert. Die Chiphersteller Samsung Electronics und SK Hynix fallen um 1,2 beziehungsweise 0,2 Prozent. Das regionale Informationstechnologie-Barometer sackt um 2,4 Prozent ab. Ein breiteres Barometer für asiatische Aktien ohne Japan verliert fast 2 Prozent.
Auslöser der Technologie-Schwäche ist die Nervosität nach der Vorstellung eines neuen KI-Tools durch das Unternehmen Anthropic. Der juristische Chatbot Claude löste Befürchtungen über weitreichende Störungen im IT- und Softwaredienstleistungssektor aus. "Wenn die US-Technologie ins Wanken gerät, schwappt die Stimmung tendenziell auch auf die asiatische Technologie über", erklärt Zavier Wong, Marktanalyst bei eToro.
Indonesien im Fokus der Anleger
Der Jakarta Composite Index stürzt im frühen Handel um 2 Prozent ab. Die indonesische Rupiah schwächt sich auf 16.885 pro US-Dollar ab – den niedrigsten Stand seit dem 22. Januar. Moody's hatte am Donnerstag den Ausblick für die Kreditwürdigkeit Indonesiens herabgestuft, was das Vertrauen der Investoren weiter belastet.
Die größte Volkswirtschaft Südostasiens kämpft mit mehreren Herausforderungen gleichzeitig. Unter Präsident Prabowo Subianto wachsen die Bedenken hinsichtlich politischer Unsicherheit, eines steigenden Haushaltsdefizits und der Unabhängigkeit der Zentralbank. Die Folgen sind dramatisch: Ausländische Investoren zogen 2025 bereits eine Milliarde US-Dollar aus indonesischen Aktien ab.
Die Kapitalabflüsse haben sich seit Mitte letzter Woche beschleunigt. Neben der Moody's-Herabstufung warnte auch MSCI vor einer möglichen Herabstufung Indonesiens zum Frontier-Market-Status. "Kurzfristig werden die inländischen Finanzmärkte aufgrund der Ausblicksänderung wahrscheinlich eine reflexartige Schwäche erleben", schreiben DBS-Analysten.
Gemischtes Bild in der Region
Die übrigen südostasiatischen Märkte zeigen sich unterschiedlich. Aktien in Malaysia, den Philippinen und Taiwan bleiben weitgehend unverändert. Singapurs Börse verliert 0,7 Prozent, während Thailands SET Index um 0,5 Prozent steigt. Der thailändische Baht wertet um etwa 0,2 Prozent auf.
Der südkoreanische Won pendelt bei 1.470,60 pro Dollar – seinem schwächsten Stand seit mehr als zwei Wochen. Analysten bewerten die aktuelle Schwäche im Technologiesektor eher als Gewinnmitnahme nach einem starken Lauf. "Was wir jetzt sehen, fühlt sich eher wie eine Risikoreduzierung an, als ein Zeichen dafür, dass das breitere Technologiethema zusammenbricht", so Wong von eToro.
Für Indonesien liegt nun viel Verantwortung bei der nationalen Politik. Eine Ausblicksänderung führt zwar nicht zu unmittelbaren Änderungen bei ratingabhängigen Anlagevorschriften, könnte aber die Bereitschaft für zusätzliche Engagements dämpfen.
