ANZEIGE

Indien lockert UPI-Regeln: Gebühren für große Zahlungen möglich

Neue Regelung erlaubt Banken Gebühren für UPI-Transaktionen über 2.000 Rupien.

2 Min
Indien lockert UPI-Regeln: Gebühren für große Zahlungen möglich

Indien hat am Montag bedeutende Änderungen an seinen Zahlungsgesetzen bekannt gegeben. Die neue Regelung untersagt Banken künftig nur noch Gebühren für Unified Payments Interface (UPI)-Transaktionen bis zu einem Betrag von 2.000 Rupien (etwa 20,93 US-Dollar). Damit wird ein Rahmen für potenzielle Gebühren bei größeren Überweisungen geschaffen.

Die Bekanntgabe modifiziert eine frühere Regelung, die Banken davon abgehalten hatte, bei digitalen Zahlungen über UPI jegliche Gebühren zu verlangen. Das UPI-System wird von der National Payments Corporation of India betrieben und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Element des indischen Zahlungsverkehrs entwickelt.

Hintergrund und Bedeutung des UPI-Systems

Ein Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus dem Jahr 2025 identifizierte UPI als das weltweit größte Einzelhandels-Schnellzahlungssystem nach Transaktionsvolumen. Das System ermöglicht es Millionen von Indern, nahezu in Echtzeit Geld zu überweisen und Zahlungen zu tätigen – und das bisher weitgehend gebührenfrei.

Nach der neuen Regelung bleiben UPI-Zahlungen bis zu einem Wert von 2.000 Rupien gebührenfrei. Der Rahmen erlaubt es Banken und Zahlungsanbietern jedoch, Gebühren für UPI-Zahlungen oberhalb dieses Schwellenwerts zu erheben. Eine endgültige Entscheidung darüber, ob und wie diese Gebühren konkret ausgestaltet werden, steht allerdings noch aus.

Wer würde die Gebühren zahlen?

Regierungsbeamte hatten zuvor erklärt, dass Händler etwaige eingeführte Gebühren tragen würden, nicht jedoch die Verbraucher. Dies wäre ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Zahlungssystemen, bei denen häufig die Nutzer direkt zur Kasse gebeten werden.

Für Banken und Zahlungsdienstleister könnte sich durch die potenziellen Gebühren eine neue Einnahmequelle erschließen. Die Investmentbank Jefferies schätzte im August, dass Händlergebühren bei größeren UPI-Transaktionen der Zahlungsbranche jährlich zwischen 50 Milliarden Rupien und 100 Milliarden Rupien einbringen könnten.

Ausblick

Die indische Regierung hat mit der Anpassung der Regeln einen flexiblen Rahmen geschaffen, der Raum für eine mögliche Kommerzialisierung des Systems bei größeren Transaktionen lässt. Ob und in welcher Form die Gebühren letztlich eingeführt werden, bleibt abzuwarten. Für den weltweit größten Schnellzahlungsmarkt könnte dies jedoch eine richtungsweisende Entscheidung sein.

IndienUPIZahlungsregelnGebührenDigitalzahlungNational Payments CorporationJefferiesIWF

Meistgelesene News

  1. Amazon Prime Air Crash in Miami: Fünf Tote bei Frachtflugzeug-Unglück
  2. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  3. Marktdissonanz: Die historische Umschichtung von Anleihen in Aktien
  4. Bitcoin-Rallye vor Fed-Entscheid und Krypto-Abstimmung im US-Senat
  5. Wall Street: Analystenempfehlungen zu Nvidia, Apple, Netflix und mehr

Disclaimer