Indien-EU-Handelspakt: Agrarsektor teilweise einbezogen
Das geplante Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU wird ausgewählte Agrarprodukte umfassen. Sensible Bereiche, die indische Landwirte benachteiligen könnten, bleiben jedoch ausgeschlossen.

Das seit Jahren verhandelte Freihandelsabkommen zwischen Indien und der Europäischen Union nimmt konkretere Formen an. Wie ein hochrangiger indischer Beamter gegenüber Bloomberg bestätigte, werden bestimmte Agrarprodukte Teil des Abkommens sein. Gleichzeitig sollen Waren ausgeschlossen bleiben, die einheimische Landwirte in einen Wettbewerbsnachteil bringen könnten.
Schutz für indische Landwirte
Die indische Regierung verfolgt bei den Verhandlungen eine klare Strategie: Der Schutz der heimischen Landwirtschaft steht an erster Stelle. Welche Agrarerzeugnisse konkret in das Freihandelsabkommen aufgenommen werden sollen, wurde bislang nicht präzisiert. Diese Zurückhaltung dürfte auf die politische Sensibilität des Agrarsektors in Indien zurückzuführen sein, wo Millionen von Kleinbauern ihren Lebensunterhalt verdienen.
Streitpunkte in Schlüsselindustrien
Trotz Fortschritten im Agrarsektor bestehen weiterhin Meinungsverschiedenheiten in anderen sensiblen Bereichen. Besonders die Automobilindustrie und der Stahlsektor gelten als Knackpunkte in den Verhandlungen. Beide Seiten zeigen sich jedoch entschlossen, diese Hürden zu überwinden und das Handelsabkommen zeitnah zum Abschluss zu bringen.
Hochrangiger EU-Besuch geplant
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der Präsident des Europäischen Rates, António Luís Santos da Costa, werden Indien noch in diesem Monat besuchen. Der geplante Besuch befeuert Spekulationen, dass während des Aufenthalts eine grundsätzliche Einigung über das Freihandelsabkommen verkündet werden könnte. Ein solcher Durchbruch würde die Handelsbeziehungen zwischen der EU und der weltweit bevölkerungsreichsten Nation auf eine neue Grundlage stellen.
Bedeutung für beide Wirtschaftsräume
Ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien hätte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen. Für europäische Unternehmen würde sich der Zugang zu einem Markt mit über 1,4 Milliarden Menschen verbessern. Indien hingegen könnte seine Exporte in die EU steigern und gleichzeitig sensible Sektoren schützen. Die Verhandlungen dauern bereits mehrere Jahre an und wurden zwischenzeitlich unterbrochen, bevor sie 2021 wieder aufgenommen wurden.
