Ian Cowie: Meine Gewinner und Verlierer im dritten Quartal
Der Kolumnist zieht Bilanz über sein "Forever Fund"-Portfolio – 16 von 24 Trusts legten zu, drei mit zweistelliger Rendite.

Das dritte Quartal 2026 erwies sich für die meisten Investmenttrusts trotz zahlreicher Risikofaktoren als profitabel. Wie der Kolumnist Ian Cowie in seinem Bericht für interactive investor zum 1. Oktober 2026 festhält, erzielten nicht weniger als 16 der 24 Investmenttrusts in seinem "Forever Fund" zwischen Juli und September Gewinne – darunter drei mit zweistelligen Zuwächsen. Kapitalwachstum und Erträge gaben demnach Anlass zur Freude, auch wenn das Umfeld alles andere als ruhig war.
Zu den belastenden Faktoren zählten steigende Staatsanleiherenditen, die aktuell auf ihrem höchsten Niveau seit der globalen Finanzkrise 2008 liegen. Hinzu kamen die Zölle von US-Präsident Donald Trump, ein Anstieg der Ölpreise, Europas schwerster Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg sowie Blutvergießen im Nahen Osten. Diese Entwicklungen trafen mehrere Fonds hart. Cowie, der seine Fehlschläge ebenso offenlegt wie seine Erfolge, beginnt seinen Rückblick daher mit den schwächsten Positionen.
Die Verlierer des Quartals
Die Überraschungsmuffe des Quartals war Ecofin Global Utilities & Infra Ord (LSE:EGL). Der Trust verwandelte 1.000 Pfund zu Beginn in nur 896 Pfund am Ende des Zeitraums und war damit Cowies schlechtestes Wertpapier. Dennoch bleibt EGL das achtwertvollste Asset unter mehr als 50 Aktien im Forever Fund. Steigende risikofreie Renditen, insbesondere bei Staatsanleihen, haben die von EGL gezahlte Ausschüttung von 3,4 Prozent relativ unattraktiver gemacht – obwohl die Dividenden in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt jährlich um 5,2 Prozent gestiegen sind. Cowie sieht keine Verringerung der Nachfrage nach den Dienstleistungen der Top-10-Holdings, angeführt von National Grid (LSE:NG), dem größten Stromverteiler Großbritanniens, NextEra Energy Inc (NYSE:NEE) und Iberdrola SA (XMAD:IBE). Er verkaufte keine Aktien und bleibt langfristig investiert.
An zweitschlechtester Stelle stand JPMorgan US Smaller Companies Ord (LSE:JUSC), der 1.000 Pfund in 952 Pfund verwandelte. Die Importzölle von Donald Trump erhöhen die Einzelhandelspreise und dämpfen die Aktivität in der größten Volkswirtschaft der Welt. Cowie beginnt, Zweifel an dieser langfristigen Position zu hegen, zumal die Rendite von weniger als 1 Prozent kaum Grund zur Geduld biete. Auf Platz drei der Verlierer folgte JPMorgan India Growth & Income plc (LSE:JIGI) mit einem Endwert von 968 Pfund. Hohe Ölpreise schaden Indien, da das Land relativ wenig eigene Reserven hat, und die Zölle verschärfen die Lage. Auch Befürchtungen, dass künstliche Intelligenz das Call-Center-Geschäft verdrängen könnte, drückten die Bewertungen.
Die Gewinner: Zweistellige Renditen
Die stärkste Entwicklung zeigte Scottish Mortgage Ord (LSE:SMT). Der Trust erzielte im Quartal eine zweistellige Rendite und verwandelte 1.000 Pfund in 1.103 Pfund. Cowie hatte erstmals im März des Vorjahres zu 11,64 Pfund investiert, als er vor amerikanischen Hedgefonds-Managern floh, die andernorts die Kontrolle über einen anderen Baillie Gifford-Fonds übernahmen. Die frühe Exposure gegenüber SpaceX wirke weiterhin klug. Weitere Top-10-Assets sind Taiwan Semiconductor Manufacturing Co Ltd ADR (NYSE:TSM), Nvidia Corp (Nasdaq:NVDA) und der niederländische Rivale ASML Holding NV (EURONEXT:ASML). Der Abschlag zum Nettoinventarwert (NAV) von fast 9 Prozent verstärkt laut Cowie die Attraktivität.
Auf Platz zwei landete Greencoat UK Wind (LSE:UKW), der Eigentümer und Betreiber von Offshore- und Onshore-Windparks, mit einer Gesamtrendite von 1.122 Pfund. Die Wirren im Nahen Osten erinnern an die Bedeutung der Energiesicherheit. Die Dividendenrendite von UKW liegt bei 9,3 Prozent und steigt um 7,8 Prozent. Da die Aktien weiterhin 14 Prozent unter dem NAV gehandelt werden, sieht Cowie ein Schnäppchen. Das Trio der zweistelligen Renditen komplettierte City Natural Resources Grow & Inc PLC (LSE:CYN), der den Zeitraum mit 1.217 Pfund beendete. Cowie zahlte im Juli 3,48 Pfund pro Aktie, die beim Verfassen des Textes 4,06 Pfund kosteten. Das Portfolio aus Kupfer, Gold und Uran liefert weiterhin 6,9 Prozent Dividendeneinkommen. Cowie weist jedoch darauf hin, dass ein Teil der erhöhten Ausschüttungen durch Kapitalgewinne aufgefüllt wurde und dieser Fonds keine Einnahmerücklagen besitzt.
Einblick vom Branchenverband
Nick Britton, Forschungsleiter der Association of Investment Companies (AIC), erklärte gegenüber Cowie: "Ein betörender Cocktail aus Faktoren verursachte im dritten Quartal des Jahres einige erhebliche Gewinne bei Trusts, die Öl-, Edelmetallen und erneuerbaren Energieanlagen ausgesetzt waren." Zu diesen Faktoren zählten geopolitische Unsicherheiten, Inflationsängste und die Widerstandsfähigkeit großer Volkswirtschaften. Die Mehrheit der Sektoren verzeichnete positive Renditen, der durchschnittliche Trust stieg um 3 Prozent. Gebremst wurde das Bild von Immobilien-Trusts, die trotz attraktiver Renditen von rund 7 bis 9 Prozent weiterhin unter Kurschwäche leiden.
Cowie betont, dass es weiterhin viele Gründe zur Sorge gibt und Pessimismus der einfachste Weg sei, gläubigen Menschen klug zu erscheinen. Das dritte Quartal habe jedoch gezeigt, wie der Aktienmarkt oft positiv überrascht und Optimismus belohnt. Seine Devise: Man muss dabei sein, um zu gewinnen. Für deutsche Privatanleger macht der Bericht deutlich, wie breite Diversifikation über verschiedene Sektoren und Regionen kurzfristige Volatilität abfedern kann. Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er Aktionär der genannten Trusts ist und der Artikel ausschließlich Informationszwecken dient – nicht als persönliche Anlageempfehlung.
