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Hoffnung dahin: Europa verliert Immobilienunternehmen an der Börse

Über 81 Milliarden Euro Marktwert verloren – 61 Unternehmen verschwunden seit 2020.

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Hoffnung dahin: Europa verliert Immobilienunternehmen an der Börse

Europas Immobiliensektor erlebt einen beispiellosen Aderlass an den Börsen. Seit dem Höhepunkt zu Beginn des Jahrzehnts sind Immobilienunternehmen im Wert von über 81 Milliarden Euro von den öffentlichen Märkten verschwunden. Die Kombination aus schwachen Aktienkursen und attraktiven Bewertungen macht die Branche zunehmend zum Ziel von Übernahmen.

Laut Daten der European Public Real Estate Association (EPRA) haben die europäischen Aktienmärkte seit Ende 2020 insgesamt 61 Vermieter verloren. Der überwiegende Teil dieser Unternehmen ist durch Fusionen mit anderen börsennotierten Wettbewerbern vom Markt verschwunden. Hinzu kommen Delistings und Take-Private-Transaktionen, bei denen Investoren die Unternehmen von der Börse nehmen.

Besonders betroffen ist Großbritannien. Allein dort sind seit 2017 insgesamt 49 Vermieter von den öffentlichen Märkten abgetreten. Der Trend zeigt: Die Hoffnung auf eine schnelle Erholung der Kurse ist vielerorts geschwunden, und die Unternehmen suchen ihr Heil in Konsolidierung oder dem Rückzug von der Börse.

Ein strukturelles Problem für den Sektor

Die Entwicklung ist Ausdruck eines tiefer liegenden Problems. Immobilienaktien in Europa leiden seit Jahren unter einem Bewertungsabschlag. Steigende Zinsen, höhere Finanzierungskosten und Unsicherheiten über die Bewertung von Gewerbeimmobilien haben die Kurse gedrückt. Viele Unternehmen notieren deutlich unter ihrem inneren Wert – ein gefundenes Fressen für Käufer.

Die EPRA-Daten zeigen, dass der Wertverlust von mehr als 81 Milliarden Euro (umgerechnet rund 94 Milliarden US-Dollar) nicht nur eine Momentaufnahme ist. Es handelt sich um einen strukturellen Trend, der den europäischen Immobilienmarkt grundlegend verändert. Die öffentlichen Märkte verlieren an Bedeutung als Finanzierungsquelle für die Branche.

Für Anleger bedeutet dies: Die Auswahl an börsennotierten Immobilienwerten schrumpft. Wer in europäische Immobilienaktien investieren will, hat immer weniger Möglichkeiten. Gleichzeitig steigt der Druck auf die verbliebenen Unternehmen, ihre Bewertungslücke zu schließen – sei es durch Portfoliooptimierung, höhere Ausschüttungen oder letztlich ebenfalls den Verkauf.

Großbritannien als Epizentrum der Konsolidierung

Der britische Markt ist besonders stark von der Welle betroffen. Mit 49 Abgängen seit 2017 entfällt ein erheblicher Teil der gesamten Delistings auf Großbritannien. Der Londoner Immobilienmarkt, einst einer der liquidesten der Welt, hat viele seiner traditionellen Namen verloren.

Die Gründe liegen auch in der spezifischen Struktur des britischen Marktes. Viele britische Immobilienunternehmen waren als Real Estate Investment Trusts (REITs) organisiert und mussten hohe Dividenden ausschütten. Bei fallenden Aktienkursen wurden sie zu attraktiven Übernahmezielen für Private-Equity-Fonds und internationale Investoren.

Der Trend dürfte sich fortsetzen. Solange die Aktienkurse der verbliebenen europäischen Immobilienunternehmen schwach bleiben, sind weitere Übernahmen und Delistings wahrscheinlich. Die Hoffnung auf eine Trendwende an den Börsen ist vielerorts dahin – und damit schwindet auch die Zahl der börsennotierten Immobilienunternehmen in Europa weiter.

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