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Großer Schub für Platin und Palladium: Chinesische Börse öffnet sich für internationale Anleger

Die Guangzhou Futures Exchange (GFEX) öffnet ihren Handel mit Platin- und Palladium-Futures ab Montag, dem 28. September, für internationale institutionelle Anleger. Der Schritt dürfte Chinas Rolle in der globalen Preisfindung für Platingruppenmetalle (PG

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Großer Schub für Platin und Palladium: Chinesische Börse öffnet sich für internationale Anleger

Wie das Fachportal Mining Weekly berichtet, erhalten ausländische institutionelle Investoren damit vollen Zugang zu Futures- und Optionskontrakten für Platin und Palladium an der GFEX. Die Börse hatte sich bei der Ausgestaltung an den technischen Spezifikationen, Qualitätsstandards und Regeln für verantwortungsvolle Beschaffung des London Platinum and Palladium Market (LPPM) orientiert.

Mit dem Schritt tritt die GFEX in den internationalen Futures-Markt ein, auf dem bereits Akteure wie die Chicago Mercantile Exchange (CME), der Londoner Markt (LBMA), die Osaka Exchange in Japan sowie außerbörsliche Handelsplattformen (OTC) aktiv sind. Von der internationalen Beteiligung erwartet der Markt eine Stärkung von Chinas Rolle bei der globalen Preisfindung für Platin und Palladium sowie eine Zunahme von Arbitragemöglichkeiten.

WPIC-Forschungsleiter sieht wachsende Liquidität

Edward Sterck, Forschungsleiter des World Platinum Investment Council (WPIC), äußerte sich auf Anfrage von Mining Weekly zu den Perspektiven. „Erstens dürften diese Arbitragemöglichkeiten nicht nur Chinas inländisches Liquiditätsumfeld begünstigen, sondern auch das globale Liquiditätsumfeld, da es für alle mehr Handelsmöglichkeiten geben wird", sagte Sterck.

China ist der weltweit größte Verbraucher von PGMs. Bislang war der Zugang zum chinesischen Markt für internationale Anleger jedoch eingeschränkt. Hintergrund der jüngsten Entwicklung ist eine Änderung der Mehrwertsteuerregeln, durch die bestimmte Mehrwertsteuerbefreiungen für Platin sowie für bestimmte Endverwendungen von Gold aufgehoben wurden. In der Folge gingen die Volumina an der Shanghai Gold Exchange (SGE) zurück, während die Volumina an der GFEX deutlich anstiegen.

Zugang über QFI-Programm

Für den Zugang zum chinesischen Markt müssen sich internationale Anleger über das Qualified Foreign Investor-Programm (QFI) registrieren. Der Prozess läuft über einen chinesischen Broker, die chinesische Wertpapieraufsichtsbehörde und die Börse und dauert in der Regel maximal fünf Tage. Der Handel selbst erfolgt vollständig elektronisch – einen offenen Ausruf (Open Outcry) gibt es nicht.

Ein Alleinstellungsmerkmal der GFEX im Vergleich zu anderen Börsen ist, dass die Kriterien für eine gute Lieferung nicht nur Barren, sondern auch Schwamm („sponge") umfassen – also die Form, in der das Metall in der Industrie typischerweise verwendet wird. Keine andere Börse erlaubt die Lieferung in Schwammform.

Globale Liquidität und offene Fragen

Zur globalen Liquidität verwies Sterck auf gemeldete Volumina von rund fünf Millionen Unzen pro Tag im Jahr 2025. Diese Zahl umfasse allerdings überwiegend Barren, da Schwammgeschäfte nach den LPPM-Regeln nicht meldepflichtig sind.

Offen ist nach seinen Angaben, ob die GFEX und die SGE wie geplant akkreditierte Lieferzertifikate für Marktteilnehmer außerhalb Chinas ausstellen werden. „Effektiv könnte man also in anderen Ländern Lieferung nehmen, was für viele internationale Teilnehmer offensichtlich einfacher wäre. Ich weiß nicht, ob sie damit bereits so weit gekommen sind. Das ist also etwas, das wir im Auge behalten sollten", so Sterck.

Klar ist hingegen, dass der Handel an der GFEX vollständig elektronisch abläuft. „Es ist eine vollständig elektronische Börse, also ist alles sozusagen virtuell", sagte Sterck. Zwar könnten Marktteilnehmer physisch zu ihrem Broker gehen, um einen Trade aufzugeben, doch dürfte dies heute die Ausnahme sein.

Für deutsche Anleger bedeutet die Öffnung der GFEX einen weiteren Handelsplatz für PGMs neben den etablierten Märkten in London, New York und Osaka – mit potenziell neuen Arbitragechancen, aber auch mit zusätzlichen regulatorischen Anforderungen über das QFI-Programm.

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