Bravo Mining: Projektwert steigt auf 1,45 Mrd. Dollar in Brasilien
Neue Machbarkeitsstudie hebt Kapitalwert des PGM-Projekts Luanga um 16 Prozent an.

Der kanadische Rohstoffentwickler Bravo Mining (TSXV: BRVO, US-OTC: BRVMF) hat eine neue wirtschaftliche Studie für sein polymetallisches Projekt Luanga im brasilianischen Bundesstaat Pará vorgelegt. Der nach Steuern abgezinste Kapitalwert (NPV) des geplanten Bergwerks steigt darin auf 1,45 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 16 Prozent gegenüber der vorherigen Analyse. Die aktualisierte Vorstudie zur Machbarkeit (Prefeasibility Study) berücksichtigt erstmals einen eigenen Schmelzofen, der die Wertschöpfungskette des Projekts erheblich verlängert.
Bei einem Abzinsungssatz von acht Prozent weist Luanga nun eine nach Steuern berechnete interne Rendite (IRR) von 35 Prozent sowie eine Amortisationsdauer von zwei Jahren auf. Die vorjährige vorläufige Wirtschaftlichkeitsanalyse (PEA) hatte noch einen NPV von 1,25 Milliarden Dollar, eine IRR von 49 Prozent und eine Amortisationsdauer von 2,4 Jahren ausgewiesen. Die höheren Kapitalkosten für den Schmelzofen werden durch verbesserte Metallausbeuten und steuerliche Vorteile mehr als ausgeglichen.
Die Details
Das in Toronto ansässige Unternehmen Bravo plant, Luanga als vertikal integrierten Betrieb zu entwickeln. Vorgesehen sind ein Tagebau und eine Aufbereitungsanlage in der Mineralprovinz Carajás sowie ein Schmelzofen rund 600 Kilometer entfernt in der Export Processing Zone Barcarena (ZPE). Die Verlegung des Schmelzofens innerhalb der ZPE bringe fiskalische und zollrechtliche Vorteile, darunter eine geschätzte Senkung der Kapitalkosten um 90 Millionen Dollar sowie Betriebskosteneinsparungen von 41,20 Dollar pro Tonne.
Der vorproduktive Kapitaleinsatz für Luanga liegt im Basisfall der Studie bei rund 785 Millionen Dollar, verglichen mit 496 Millionen Dollar in der PEA. Die Erhaltungsinvestitionen über die Lebensdauer der Mine werden auf etwa 98 Millionen Dollar geschätzt. Die Reserven umfassen 86,7 Millionen Tonnen an nachgewiesenen und wahrscheinlichen Reserven mit Gehalten von 0,94 Gramm Palladium pro Tonne, 0,68 Gramm Platin, 0,11 Gramm Rhodium, 0,07 Gramm Gold und 0,17 Prozent Nickel. Dies entspricht 2,6 Millionen Unzen enthaltenem Palladium, 1,9 Millionen Unzen Platin, 295.000 Unzen Rhodium, 205.000 Unzen Gold und 154.476 Tonnen Nickel.
Die Minenlebensdauer wird im Basisfall mit 9,6 Jahren angegeben, bei einer jährlichen Verarbeitung von etwa 8,7 Millionen Tonnen und einem Spitzen-Durchsatz von rund zehn Millionen Tonnen. Die durchschnittliche jährliche produzierte, zahlbare Menge wird auf rund 393.800 Unzen Palladium, Platin, Rhodium und Gold sowie 9.800 Tonnen Nickel prognostiziert. Über die Lebensdauer hinweg soll der Schmelzofen zudem etwa 878.000 Tonnen Schwefelsäure produzieren, die an Düngemittelhersteller verkauft werden sollen.
Zu den wesentlichen Annahmen der Studie gehören Preise von 1.245 Dollar pro Unze für Palladium, 1.700 Dollar pro Unze für Platin, 8.000 Dollar pro Unze für Rhodium, 3.500 Dollar pro Unze für Gold und 17.000 Dollar pro Tonne für Nickel. Über die Lebensdauer wird ein Nettoumsatzerlös von etwa 8,4 Milliarden Dollar und ein EBITDA von 4,2 Milliarden Dollar erwartet. Der undiskontierte Free Cash Flow wird auf 2,8 Milliarden Dollar geschätzt.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 18. Juli 2026 berichtete aktien.news, dass Bravo Mining sich beim renommierten Rule Symposium on Resource Investing in Boca Raton, Florida, einem breiten Investorenpublikum präsentiert hatte. Chairman und CEO Luis Azevedo sprach damals mit dem Branchenmedium The Northern Miner über die Bohrarbeiten auf dem Luanga-Projekt. Das Gespräch fand als gesponsertes Video statt und stellte die Aktivitäten des kanadischen Unternehmens auf der Kupfer-Gold-Lagerstätte Luanga in den Mittelpunkt.
Am 11. August 2026 berichtete aktien.news zudem über die Aktien des Bergbauunternehmens Largo, das ebenfalls in Brasilien aktiv ist. Die Nationale Bergbaubehörde Brasiliens hatte Largo die Genehmigung erteilt, Kupfer, Platingruppenmetalle (PGM), Nickel und Kobalt als Nebenprodukte zu produzieren. Dies zeigt das wachsende regulatorische Interesse Brasiliens an der Förderung kritischer Rohstoffe.
Was das für Anleger bedeutet
Die neue Studie unterstreicht den Wert von Luanga als eines der wenigen großen, fortgeschrittenen Projekte für Platingruppenmetalle außerhalb der dominierenden Förderregionen Südafrikas und Russlands. Das polymetallische Profil könnte Brasilien eine neue Quelle für kritische Rohstoffe erschließen, während der vorgesehene inländische Schmelzofen einen größeren Teil der Wertschöpfung im Land behält.
Eine wesentliche technische Änderung gegenüber der PEA aus dem Jahr 2025 ist der Wechsel zur Jameson-Zellen-Flockungstechnologie nach weiteren metallurgischen Tests. Die neue Studie geht von einer Ausbeute von etwa 100 Gramm Konzentrat aus Platingruppenmetallen plus Gold aus, verglichen mit zuvor 80 Gramm. Die Ausbeuten werden auf etwa 82 Prozent für Palladium, 80 Prozent für Platin, 55 Prozent für Rhodium, 88 Prozent für Gold und 70,6 Prozent für Nickel geschätzt.
Analysten von BMO Capital Markets, Frederic Bolton und Raj Ray, schrieben in einer Notiz: „Die Veröffentlichung der Studie ermöglicht es Bravo, einen Installationsgenehmigungsantrag zu stellen, was den Weg für den Projektbau ebnet, jedoch nicht für den Betrieb. Entscheidend ist, dass die Vorstudie zur Machbarkeit nun die pyrometallurgische Anlage einbezieht, was zu verbesserten Annahmen bezüglich der zahlbaren Metallmengen führt."
CEO Luis Azevedo betonte: „Die Veröffentlichung der Studie bestätigt die Strategie, die wir seit mehr als zwei Jahren verfolgen: Luanga in Brasilien vertikal zu integrieren. Die starke Wirtschaftlichkeit des Projekts zusammen mit den Vorteilen, die innerhalb der Barcarena-ZPE verfügbar sind, gleichen die zusätzlichen für den Schmelzofen erforderlichen Kapitalmittel mehr als aus."
Ausblick
Nach Erhalt der vorläufigen Genehmigung im März 2025 plant Bravo, den Antrag auf Installationsgenehmigung im vierten Quartal 2026 einzureichen. Die Schätzung der Reserven schließt 22.100 Meter Bohrungen zur Auffüllung und Erweiterung aus dem Jahr 2026 aus. Bravo plant, im ersten Quartal 2027 eine aktualisierte Ressourcenabschätzung vorzulegen, die potenziell Material für eine längere Lebensdauer der Mine liefern könnte.
Das Unternehmen verfügte zum 30. Juni über Bargeldmittel in Höhe von etwa 94,1 Millionen Dollar, was das Management als ausreichend für die Finanzierung der Ressourcenaktualisierung, der definitiven Machbarkeitsstudie und der Arbeiten hin zu einer endgültigen Investitionsentscheidung einstuft. Neben dem Vorantreiben von Luanga erkundet Bravo auch Kupfer und andere Mineralisierungen in der Region Carajás.
Die Aktien von Bravo fielen am Dienstagmorgen in Toronto um 1,5 Prozent auf 3,21 kanadische Dollar, was das Unternehmen auf einen Wert von etwa 440 Millionen kanadischen Dollar (314 Millionen US-Dollar) bewertete. Der Kurs bewegte sich im vergangenen Jahr zwischen 2,17 und 5,52 kanadischen Dollar.
Kurz erklärt
NPV (Kapitalwert): Der Nettogegenwartswert berechnet den heutigen Wert zukünftiger Zahlungsströme eines Projekts unter Berücksichtigung eines Abzinsungssatzes. Ein positiver NPV zeigt an, dass ein Projekt voraussichtlich wirtschaftlich rentabel ist.
IRR (Interne Rendite): Die interne Rendite ist der Abzinsungssatz, bei dem der Kapitalwert einer Investition genau null beträgt. Sie dient als Maßstab für die Rentabilität und wird mit den Kapitalkosten des Unternehmens verglichen.
Jameson-Zelle: Eine Flockungstechnologie zur Aufbereitung von Erzen, die fein verteilte Mineralpartikel effizienter aus dem Gestein löst als herkömmliche Verfahren und so die Ausbeute an wertvollen Metallen erhöht.
