Goldpreis steigt wegen Zollsorgen und schwachem Dollar
Sorgen um Trumps Zölle und Inflationsdaten treiben Anleger in sichere Häfen

Der Goldpreis ist am Donnerstag gestiegen, gestützt durch einen schwächeren US-Dollar und zunehmende Sorgen über die Zollpläne des US-Präsidenten Donald Trump, die die globalen Handelskonflikte verschärfen könnten. Gleichzeitig richteten Investoren ihre Aufmerksamkeit auf die bevorstehenden Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten. Der Preis für Spotgold legte bis 09:35 Uhr GMT um 0,3 Prozent auf 2.913,38 US-Dollar pro Unze zu und näherte sich damit erneut seinem Rekordhoch von 2.942,70 US-Dollar, das am Dienstag erreicht wurde. Die US-Gold-Futures zogen um 0,4 Prozent auf 2.940,90 US-Dollar an.
Am Mittwoch hatten die Goldpreise zunächst mehr als ein Prozent nachgegeben, nachdem die Verbraucherpreise in den USA im Januar stärker als erwartet gestiegen waren. Im weiteren Verlauf des Tages erholte sich der Goldpreis jedoch wieder, da die anhaltenden Unsicherheiten im Handelskonflikt die Nachfrage nach dem als sicher geltenden Edelmetall stützten. Trump hatte Pläne angekündigt, auf Zölle anderer Länder mit sogenannten reziproken Zöllen zu reagieren. Diese Ankündigung wurde für Mittwoch oder Donnerstag erwartet.
Marktbeobachter wiesen darauf hin, dass die Unvorhersehbarkeit der Entscheidungen Trumps die Märkte belastet. Solange diese Unsicherheit anhalte, werde Gold voraussichtlich weiter Unterstützung erfahren, erklärte Ajay Kedia, Direktor bei Kedia Commodities in Mumbai. Zusätzlich geriet der US-Dollar unter Druck. Der Dollar-Index fiel um 0,2 Prozent, was Gold für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten günstiger machte.
Ein weiteres Augenmerk der Investoren lag auf den für 13:30 Uhr GMT anstehenden Daten zum US-Produzentenpreisindex (PPI). Diese könnten weitere Hinweise auf die wirtschaftliche Lage der Vereinigten Staaten liefern. Am Freitag sollen zudem die Einzelhandelsumsätze veröffentlicht werden. Beide Berichte gelten als wichtige Faktoren für die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Deren Vorsitzender Jerome Powell hatte in einer Anhörung vor dem Kongress in dieser Woche bekräftigt, dass die Zentralbank derzeit keine Eile habe, die Leitzinsen zu senken.
Analysten der OCBC Bank erklärten, dass der Markt nur noch mit begrenztem Spielraum für Zinssenkungen rechne. Die Erwartungen für eine Senkung um 25 Basispunkte bis September lägen bei 78 Prozent, bis Oktober bei 94 Prozent. Gold gilt allgemein als Absicherung gegen Inflation und wirtschaftliche Unsicherheiten, jedoch mindern höhere Zinsen die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls. Analysten der ANZ prognostizieren, dass der Goldpreis im Jahr 2025 ein neues Rekordniveau von 3.000 US-Dollar pro Unze erreichen könnte. Der Preis für Silber blieb unverändert bei 32,23 US-Dollar pro Unze. Platin notierte stabil bei 991,65 US-Dollar. Palladium legte um 0,5 Prozent auf 978,46 US-Dollar zu.
