Goldpreis nahe Rekordhoch durch neue Zollandrohungen
US-Handelspolitik und globale Unsicherheiten treiben Nachfrage nach sicheren Anlagen

Gold notiert nahe seinem Allzeithoch, da die Ankündigung neuer US-Zölle die Nachfrage nach sicheren Anlageformen antreibt. Der Goldpreis stieg am Montag um 0,8 % auf 2.882,50 US-Dollar pro Unze, nachdem er am Freitag ein Rekordhoch von 2.886,62 US-Dollar erreicht hatte. Auch die US-Goldfutures legten um 0,7 % zu und notierten bei 2.908 US-Dollar. Diese Entwicklung ist eine direkte Reaktion auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, neue Zölle in Höhe von 25 % auf alle Stahl- und Aluminiumimporte zu erheben. Diese Maßnahme soll am Montag in Kraft treten und stellt eine weitere Eskalation seiner Handelspolitik dar.
Zusätzlich plant Trump, im Laufe der Woche sogenannte Reziprozitätszölle einzuführen, die nahezu sofort wirksam werden sollen. Diese Zölle würden für alle Länder gelten und den von diesen Ländern erhobenen Tarifsätzen entsprechen. Analysten sehen in diesen Maßnahmen einen bedeutenden Treiber für die Entwicklung des Goldpreises. Kelvin Wong, Senior-Marktanalyst bei OANDA für den asiatisch-pazifischen Raum, erwartet, dass der Goldpreis kurzfristig auf 2.900 bis 2.910 US-Dollar steigen könnte. Er sieht derzeit keine Anzeichen für eine Korrektur, es sei denn, der US-Dollar würde deutlich an Stärke gewinnen.
Gold gilt traditionell als sichere Investition in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, obwohl steigende Zinsen die Attraktivität des nicht verzinslichen Edelmetalls verringern können. Laut Daniel Hynes, Senior-Rohstoffstratege der ANZ Bank, sorgt die Möglichkeit, dass auch Gold von den gegenseitigen Zollerhebungen betroffen sein könnte, für Verzerrungen am physischen Markt. Während die US-Notenbank am Freitag betonte, dass der Arbeitsmarkt in den USA stabil sei, bleibt unklar, wie Trumps Politik das Wirtschaftswachstum und die nach wie vor hohe Inflation beeinflussen wird. Dies unterstreicht die abwartende Haltung der Federal Reserve in Bezug auf Zinssenkungen.
Neben Gold verzeichneten auch andere Edelmetalle Kursgewinne. Der Silberpreis stieg um 0,6 % auf 32,00 US-Dollar pro Unze, Platin legte um 0,3 % auf 979,06 US-Dollar zu, und Palladium gewann 0,3 % und erreichte 967,74 US-Dollar. Diese Entwicklungen zeigen, dass die geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten weiterhin die Rohstoffmärkte beeinflussen.
