Goldpreis erreicht Rekordhoch durch neue US-Zölle
Trumps Handelspolitik schürt Inflationsängste und treibt Anleger in sichere Häfen

Die Preise für Gold haben am Dienstag ein Rekordhoch erreicht, angetrieben durch die gestiegene Nachfrage nach sicheren Anlagen. Auslöser dieser Entwicklung sind neue Zölle von US-Präsident Donald Trump auf Importe von Stahl und Aluminium, die weltweit Sorgen über einen möglichen Handelskrieg verstärken. Der Spotpreis für Gold erreichte während des asiatischen Handels ein Spitzenwert von 2.942,70 US-Dollar je Unze, bevor er leicht um 0,1 % auf 2.904,59 US-Dollar nachgab.
Dies ist bereits das achte Mal im Jahr 2025, dass Gold ein neues Rekordhoch verzeichnet. Damit rückt die symbolische Marke von 3.000 US-Dollar in greifbare Nähe, während Investoren die Unsicherheiten über die Auswirkungen der US-Handelspolitik zu bewältigen versuchen. Die US-Goldfutures fielen um 0,1 % auf 2.932,20 US-Dollar und notierten damit weiterhin mit einem Aufschlag von rund 28 US-Dollar gegenüber dem Spotpreis.
Präsident Trump hat die Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte deutlich auf einen einheitlichen Satz von 25 % angehoben – ohne Ausnahmen oder Sonderregelungen. Mit dieser Maßnahme soll die heimische Industrie gestärkt werden, jedoch erhöht sich gleichzeitig das Risiko eines umfassenden Handelskonflikts. Laut Lukman Otunuga, Senior Research Analyst bei FXTM, könnte die Unvorhersehbarkeit von Trumps Politik die Attraktivität von Gold als sichere Anlage weiter steigern.
Technische Analysten gehen davon aus, dass der Goldpreis kurzfristig noch weiter ansteigen könnte. Wang Tao von Reuters erwartet einen möglichen Preisanstieg auf 2.950 bis 2.962 US-Dollar je Unze, bevor es zu einer Trendwende kommen könnte. Händler beobachten aufmerksam die bevorstehende Anhörung von Jerome Powell, dem Vorsitzenden der US-Notenbank, sowie die am Mittwoch erwarteten US-Inflationsdaten, um neue Hinweise auf den weiteren Kurs der Zinspolitik zu erhalten.
Eine Umfrage von Reuters zeigt, dass die Federal Reserve voraussichtlich bis zum nächsten Quartal mit einer erneuten Zinssenkung warten wird. Die neuen Zölle könnten die Inflation in den USA anheizen und geplante Zinssenkungen verzögern. Überraschungen in Powells Aussagen oder unerwartet niedrige Verbraucherpreisdaten könnten zu einer technischen Korrektur des Goldpreises führen. Während Gold traditionell als Inflationsschutz gilt, mindern höhere Zinsen die Attraktivität des renditelosen Edelmetalls.
In Indien erreichten die Gold-Leasingraten ein Rekordhoch, da sich die internationalen Märkte angesichts eines Angebotsengpasses angespannt zeigen. Banken leiten vermehrt Gold in die USA um, um möglichen Zöllen zuvorzukommen. Bei anderen Edelmetallen verzeichnete Silber einen Rückgang von fast 1 % auf 31,73 US-Dollar je Unze, während Platin um 1,2 % auf 982,20 US-Dollar und Palladium um 1,1 % auf 972,45 US-Dollar nachgaben.
