Malis Goldproduktion bricht 2024 deutlich ein
Streit mit Bergbauunternehmen und neues Gesetz belasten den Fördersektor

Malis industrielle Goldproduktion ist im Jahr 2024 um 23 Prozent auf 51 Tonnen zurückgegangen, verglichen mit 66,5 Tonnen im Jahr 2023. Dies geht aus einem Dokument des malischen Bergbauministeriums hervor. Mali gehört zu den führenden Goldproduzenten Afrikas und beherbergt Industriebergwerke internationaler Unternehmen wie Barrick Gold, B2Gold Corp, Resolute Mining und Hummingbird Resources. Der Rückgang der Produktion markiert das erste Mal seit über drei Jahren, dass Malis Goldförderung unter 60 Tonnen gefallen ist.
Das Ministeriumsdokument schließt die Produktion von Barrick Gold für den Monat Dezember aus. Hintergrund ist ein Streit des Unternehmens mit der militärgeführten Regierung Malis, der sich auf ein 2023 eingeführtes Bergbaugesetz bezieht. Barrick setzte seine Aktivitäten in der Loulo-Gounkoto-Mine im vergangenen Monat aus, nachdem Behörden die dort gelagerten Goldreserven per Hubschrauber beschlagnahmt hatten. Zudem wurden seit November vier Mitarbeiter des Unternehmens wegen Vorwürfen wie Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung festgenommen, was Barrick bestreitet.
Das neue Bergbaugesetz Malis sieht höhere Steuern und eine stärkere Beteiligung des Staates an Bergbauvermögen vor. Laut Aussagen mehrerer Bergbau-Manager macht dies Investitionen in neue Minen oder den Kauf bestehender Betriebe wirtschaftlich unattraktiv. Die Regierung argumentiert hingegen, dass Unternehmen wie Barrick bislang nicht ihren fairen Anteil an Steuern gezahlt hätten.
Ohne den Ausfall von Barricks Dezemberproduktion hätte die Gesamtförderung Malis bei etwa 52,7 Tonnen gelegen. Barrick Gold bleibt dennoch der größte Goldproduzent des Landes mit einer Jahresproduktion von 19,4 Tonnen, gefolgt von B2Gold mit 13,7 Tonnen und Resolute Mining mit 7,2 Tonnen. Der geschätzte Beitrag von handwerklich betriebenen Minen beläuft sich auf rund sechs Tonnen, sodass Malis gesamte Goldproduktion für das Jahr 2024 voraussichtlich 58,7 Tonnen erreicht. Eine offizielle Begründung für den Produktionsrückgang wurde vom Ministerium nicht gegeben, ein Vertreter deutete jedoch an, dass die Konflikte mit den Bergbauunternehmen eine Rolle spielen könnten.
