UBS wird bullisch bei Industriemetallen und stuft auf Overweight hoch
UBS stuft Industriemetalle auf Overweight hoch und sieht strukturelle Tailwinds für die Rohstoffpreise.

Die Schweizer Großbank UBS hat ihre Einschätzung zu Industriemetallen deutlich nach oben korrigiert. Die Analysten stufen die Branche auf "Overweight" hoch und verweisen auf mehrere strukturelle Faktoren, die die Rohstoffpreise in den kommenden Jahren stützen dürften.
"Wir stufen Industriemetalle auf Overweight hoch", schreiben die Strategisten der Bank. Als Begründung nennen sie einen stetigen Anstieg der Nachfrage aus Schwellenländern, globale Bemühungen zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen, den Klimawandel sowie eine strukturelle Unterinvestition in fast allen Sektoren. Diese Kombination aus angebots- und nachfrageseitigen Faktoren sorge für einen nachhaltigen Preisdruck nach oben.
Rohstoffe als Diversifikationsinstrument
Im weiteren Verlauf erklärte UBS, dass Rohstoffe im mittelfristigen Horizont "starke Diversifikationsvorteile für traditionelle Anleihe-/Aktienportfolios" bieten würden. Sowohl die makroökonomischen Bedingungen als auch marktbasierte Signale wirkten weiterhin unterstützend. Dies ist besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Unsicherheiten an den Finanzmärkten relevant, da Anleger verstärkt nach alternativen Anlageklassen suchen.
"Der jüngste Rückgang der Preise für Basismetalle bietet die Gelegenheit, die Exposure zu erhöhen", schreiben die Strategisten. "Eingeschränktes Angebot und eine supportive strukturelle Nachfrage sollten einen Preisboden bilden und eine Erholung in den kommenden Quartalen untermauern." Die Bank sieht also den aktuellen Preisrückgang nicht als Trendwende, sondern als Einstiegsgelegenheit für langfristig orientierte Anleger.
Drei Säulen für den aktiven Ansatz
Trotz der positiven Grundeinschätzung warnt die Bank davor, dass die Preise wahrscheinlich nicht linear ansteigen würden. Stattdessen empfiehlt UBS einen aktiv gemanagten Ansatz, der auf drei Säulen basiert:
- Erstens raten die Analysten den Anlegern dazu, ihre Gesamtexposure gegenüber dieser Assetklasse dynamisch an die sich wandelnde makroökonomische Landschaft und breite Preistrends anzupassen.
- Zweitens bevorzugen sie einen differenzierten Sektoransatz, um unterschiedliche Dynamiken bei einzelnen Rohstoffen zu nutzen.
- Drittens schlagen sie vor, die Renditen auf Cash-Collateral zu steigern, indem Wertpapiere des Geldmarkts durch ein Portfolio mit höherer Rendite ersetzt werden.
Mit einem solchen aktiven Strategieansatz könnten Anleger die Rohstoffmärkte effektiver navigieren und die risikobereinigte Rendite einer breiten Rohstoffallokation im Vergleich zu einem passiveren Ansatz signifikant verbessern, betont UBS.
Bewertung für deutsche Anleger
Für deutsche Privatanleger ist die Einschätzung der UBS besonders relevant, da Industriemetalle wie Kupfer, Aluminium oder Zink eine wichtige Rolle in der globalen Energiewende spielen. Der Ausbau erneuerbarer Energien, die Elektrifizierung des Verkehrs und der Ausbau von Stromnetzen treiben die Nachfrage nach diesen Rohstoffen. Gleichzeitig leiden viele Minenbetreiber unter gestiegenen Kosten und regulatorischen Hürden, was das Angebot zusätzlich verknappt.
Die UBS-Analyse zeigt, dass die strukturellen Rahmenbedingungen für Industriemetalle trotz kurzfristiger Preisschwankungen positiv bleiben. Anleger sollten jedoch die Volatilität nicht unterschätzen und auf einen aktiven Managementansatz setzen, anstatt einfach nur passiv in Rohstoffindizes zu investieren.
