Goldpreis rutscht nach Rekordhoch unter 3.700 Dollar
Fed-Entscheidung und festerer Dollar belasten, Anleger sichern Gewinne

Gold hat nach seiner jüngsten Rekordrally einen Rücksetzer erlebt. Das Edelmetall war am Dienstag auf ein Allzeithoch von 3.702,95 Dollar je Unze gestiegen, bevor es am Mittwochmorgen wieder um 0,5 Prozent auf 3.671,61 Dollar nachgab. Händler machten eine leichte Aufwertung des US-Dollars sowie Gewinnmitnahmen verantwortlich. Auch die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank rückte in den Fokus der Märkte.
US-Goldfutures für Dezember-Lieferung notierten 0,4 Prozent schwächer bei 3.709 Dollar. Analysten erklärten, dass die Aufwärtsbewegung des Edelmetalls durch die Schwäche des Dollars sowie durch Spekulationen auf weitere Zinssenkungen der Federal Reserve unterstützt wurde. Tim Waterer, Chef-Marktanalyst bei KCM Trade, verwies darauf, dass Gewinnmitnahmen in der Nähe der Marke von 3.700 Dollar den Rückgang ausgelöst hätten. Sollte die Fed allerdings eine ausgesprochen lockere Haltung signalisieren, sei ein erneuter Anstieg nicht ausgeschlossen.
Der Dollar-Index legte am Mittwochmorgen um 0,1 Prozent zu, nachdem er am Vortag auf ein mehr als zweimonatiges Tief gefallen war. Gleichzeitig hielten sich die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen in der Nähe ihres niedrigsten Stands seit über fünf Monaten. Die Entwicklung an den Anleihemärkten verstärkte die Erwartung, dass die US-Notenbank mit Zinssenkungen reagieren könnte, um die Konjunktur zu stützen.
Neue Daten zu den US-Einzelhandelsumsätzen zeigten für August einen stärkeren Anstieg als prognostiziert. Dennoch lasten ein schwächer werdender Arbeitsmarkt und höhere Preise infolge von Zöllen auf den weiteren Aussichten des privaten Konsums. Marktteilnehmer rechnen deshalb damit, dass die Federal Reserve noch am Mittwoch eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte beschließen wird. Die anschließenden Kommentare von Fed-Chef Jerome Powell gelten als entscheidend für den weiteren geldpolitischen Kurs.
Eine Lockerung der Geldpolitik macht Gold für Anleger attraktiver, da dadurch die Opportunitätskosten des Haltens des zinslosen Edelmetalls sinken. US-Präsident Donald Trump hat die Notenbankführung zuletzt dazu aufgerufen, einen noch größeren Zinsschritt zu vollziehen. Parallel dazu meldete der SPDR Gold Trust, der weltweit größte goldgedeckte börsengehandelte Fonds, einen Anstieg seiner Bestände um 0,32 Prozent auf 979,95 Tonnen.
Auch andere Edelmetalle standen unter Druck. Silber verlor 1,7 Prozent auf 41,86 Dollar je Unze, während Platin mit 1.391,15 Dollar nahezu unverändert blieb. Palladium gab um 1 Prozent auf 1.164,66 Dollar nach.
