Goldpreis fällt deutlich in bewegter Handelswoche
Starker Dollar und Handelsabkommen zwischen USA und China belasten Nachfrage

Der Goldpreis ist am Freitag um mehr als zwei Prozent gefallen und steuert damit auf die schwächste Wochenbilanz seit sechs Monaten zu. Grund dafür ist unter anderem ein erstarkender US-Dollar sowie ein vorübergehendes Handelsabkommen zwischen den USA und China, das die Nachfrage nach dem als sicher geltenden Edelmetall belastet. Der Spotpreis für Gold sank zuletzt um 1,9 Prozent auf 3.178,06 US-Dollar je Feinunze. Seit Wochenbeginn verzeichnet das Edelmetall damit einen Rückgang von über vier Prozent. Auch die US-Gold-Futures gaben nach und fielen um 1,4 Prozent auf 3.180,90 US-Dollar.
Die Aussicht auf eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China hatte bereits zu Wochenbeginn für eine positivere Stimmung an den Finanzmärkten gesorgt. Die beiden Länder hatten sich darauf verständigt, die im April verhängten wechselseitigen Strafzölle vorübergehend zu senken. Diese Entwicklung ließ den Bedarf an Absicherungsinstrumenten wie Gold sinken. Gleichzeitig legte der Dollar zu und steuert auf den vierten Wochengewinn in Folge zu. Ein stärkerer Dollar verteuert Gold für Investoren, die in anderen Währungen handeln.
Noch im Vormonat hatte Gold ein Rekordhoch von 3.500,05 US-Dollar pro Unze erreicht, getragen von der Nachfrage der Zentralbanken, Sorgen um den Handelsstreit sowie starkem Investoreninteresse. Der Rückgang in der laufenden Woche markiert somit eine deutliche Korrektur. Analysten sehen dennoch weiterhin eine anhaltende Nachfrage nach Gold. Kursrückgänge würden regelmäßig zum Einstieg genutzt, was auf eine stabile Positionierung des Edelmetalls hinweist.
Einen leichten Gegenimpuls liefern aktuelle Konjunkturdaten aus den USA. Diese fielen schwächer aus als erwartet, begleitet von Anzeichen einer nachlassenden Inflation. Dies nährt Spekulationen über weitere Zinssenkungen durch die US-Notenbank. In einem solchen Umfeld ohne hohe Zinsen wird Gold als nicht verzinsliches Anlageinstrument vergleichsweise attraktiver.
Auch andere Edelmetalle gerieten unter Druck. Der Silberpreis sank um 1,8 Prozent auf 32,08 US-Dollar pro Unze. Platin gab um 0,5 Prozent auf 985,10 US-Dollar nach. Palladium verlor ein Prozent und wurde zuletzt bei 958,24 US-Dollar gehandelt.
