Goldpreis fällt bei stärkerem Dollar
US-Inflationsdaten und Zollpolitik rücken in den Fokus der Märkte

Der Goldpreis ist am Freitag gesunken, nachdem der US-Dollar leicht zugelegt hatte. Marktbeobachter richten ihre Aufmerksamkeit auf einen anstehenden US-Inflationsbericht, der Hinweise auf den weiteren Kurs der US-Notenbank geben könnte. Spotgold verzeichnete einen Rückgang um 0,5 Prozent auf 3.300,59 US-Dollar je Unze. Im Wochenverlauf beläuft sich das Minus bislang auf 1,7 Prozent. Die US-Gold-Futures gaben ebenfalls um 0,5 Prozent nach und notierten bei 3.298,30 US-Dollar.
Der Dollar-Index legte um 0,2 Prozent zu, wodurch Gold für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten teurer wird. Analysten sehen in der aktuellen Entwicklung eine Konsolidierungsphase des Goldmarkts. Die Marktbewegungen seien derzeit innerhalb eines leicht erweiterten Rahmens, was auf das gestiegene Vertrauen in den US-Dollar zurückzuführen sei, erklärte Brian Lan, Geschäftsführer von GoldSilver Central in Singapur.
Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses steht der Verbraucherpreisindex für persönliche Ausgaben (PCE) in den Vereinigten Staaten, der um 12:30 Uhr GMT veröffentlicht werden soll. Dieser Index gilt als bevorzugtes Inflationsmaß der US-Notenbank Federal Reserve. Laut einer Umfrage von Reuters wird erwartet, dass der PCE-Index im Monatsvergleich bei 0,1 Prozent bleibt. Im Jahresvergleich rechnen Marktteilnehmer mit einem Anstieg von 2,2 Prozent.
Die Präsidentin der Federal Reserve Bank von San Francisco, Mary Daly, äußerte sich am Donnerstag zur Zinspolitik. Ihrer Einschätzung nach könnten die Leitzinsen in diesem Jahr noch zweimal gesenkt werden. Allerdings sprach sie sich aktuell für eine Beibehaltung des derzeitigen Zinsniveaus aus, um das Inflationsziel von zwei Prozent nicht zu gefährden. Gold, das keine Zinsen abwirft, profitiert tendenziell von einem niedrigen Zinsumfeld.
Ein US-Berufungsgericht setzte unterdessen eine Entscheidung des Handelsgerichts aus und setzte damit die weitreichenden Importzölle des ehemaligen Präsidenten Donald Trump wieder in Kraft. Das Handelsgericht hatte zuvor entschieden, dass Trump mit der Einführung dieser Zölle seine Befugnisse überschritten habe.
Parallel dazu bezeichnete US-Finanzminister Scott Bessent die aktuellen Gespräche mit China über ein Handelsabkommen als „etwas ins Stocken geraten“. Seinen Angaben zufolge dürfte es die direkte Beteiligung von Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping erfordern, um eine Einigung zu erzielen.
Weitere Kursbewegungen zeigten sich auch bei anderen Edelmetallen: Silber fiel um 0,8 Prozent auf 33,07 US-Dollar je Unze. Platin blieb mit 1.081,93 US-Dollar weitgehend stabil, während Palladium um 0,3 Prozent auf 970,43 US-Dollar zurückging.
