Goldpreis erreicht neues Rekordhoch weltweit
Anleger setzen auf Zinssenkungen der Fed und steigende Zentralbankkäufe

Der Goldpreis hat ein neues Rekordhoch erreicht und die Marke von 3.711,55 Dollar je Feinunze überschritten. Auslöser für den Anstieg war die Zinssenkung der US-Notenbank in der vergangenen Woche sowie die Aussicht auf weitere Lockerungen der Geldpolitik. Anleger griffen verstärkt zu dem Edelmetall, das in Phasen niedriger Zinsen traditionell an Attraktivität gewinnt.
Am Montagmorgen notierte der Spotpreis für Gold bei 3.709,29 Dollar je Feinunze, ein Plus von 0,7 Prozent. Die US-Goldfutures für Dezember-Lieferung legten 1 Prozent zu und erreichten 3.743,40 Dollar. Händler sehen die Entwicklung als Folge der Signale der Federal Reserve, die ihren Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt und dennoch auf anhaltende Inflationsrisiken hingewiesen hatte.
Beobachter rechnen damit, dass die Notenbank bis Jahresende zwei weitere Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte vornimmt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Senkung im Oktober wird auf 93 Prozent geschätzt, für Dezember liegt sie bei 81 Prozent. Parallel dazu stehen in dieser Woche mehrere öffentliche Auftritte von Fed-Vertretern an, darunter auch eine Rede von Notenbankchef Jerome Powell am Dienstag. Außerdem wird mit Spannung auf neue US-Inflationsdaten gewartet, die zusätzliche Hinweise zur weiteren Ausrichtung der Geldpolitik liefern könnten.
Laut Marktanalysten stützen nicht nur die Zinserwartungen den Goldpreis, sondern auch anhaltende Käufe durch Zentralbanken. Analyst Tim Waterer von KCM Trade erklärte, dass das Edelmetall weiteres Potenzial bis zum Jahresende habe und neue Höchstmarken erreichen könne, sollten die US-Konjunkturdaten die Erwartung einer weiterhin lockeren Geldpolitik bestätigen.
Gold hat sich im bisherigen Jahresverlauf bereits um rund 42 Prozent verteuert. Gründe dafür sind neben der Geldpolitik auch die unsichere geopolitische Lage sowie die verstärkte Nachfrage institutioneller Investoren. Damit hat sich das Edelmetall als bevorzugter sicherer Hafen etabliert.
Auch die Preise anderer Edelmetalle zogen an. Silber kletterte um 1,3 Prozent auf 43,64 Dollar je Feinunze und bewegt sich damit nahe einem 14-Jahres-Hoch. Platin verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 1.420,48 Dollar, während Palladium um 1,2 Prozent auf 1.163,24 Dollar zulegte. Die Entwicklung spiegelt eine breite Nachfrage nach Edelmetallen wider, die von geldpolitischen Rahmenbedingungen und wirtschaftlicher Unsicherheit getragen wird.
