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Goldpreis erreicht neues Rekordhoch

Zinssenkungserwartungen, starke ETF-Zuflüsse und indische Nachfrage treiben den Markt an

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Goldpreis erreicht neues Rekordhoch

Gold erreichte am Dienstag ein neues Rekordhoch, getragen von der Erwartung weiterer Zinssenkungen in den USA. Anleger blickten gespannt auf die Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell, die am Nachmittag angesetzt war und mögliche Hinweise auf die künftige Geldpolitik geben sollte. Der Spotpreis für Gold stieg um ein Prozent auf 3.784,01 Dollar je Feinunze, nachdem er zuvor mit 3.790,82 Dollar den höchsten Stand aller Zeiten markiert hatte. Die US-Goldfutures für Dezember legten parallel um 1,1 Prozent auf 3.817,70 Dollar zu.

Die Diskussion innerhalb der US-Notenbank über den künftigen Kurs der Zinspolitik sorgte für zusätzliche Bewegung. Der neue Fed-Gouverneur Stephen Miran hatte am Montag aggressive Zinssenkungen gefordert. Er warnte, die Notenbank habe die geldpolitischen Zügel zu stark angezogen und riskiere damit eine Belastung des Arbeitsmarktes. Mehrere seiner Kollegen widersprachen jedoch dieser Einschätzung und mahnten, weiterhin Vorsicht wegen der anhaltenden Inflationsrisiken walten zu lassen. Analysten sehen in Mirans Position ein Signal für eine goldfreundliche Entwicklung, da niedrigere Zinsen das Edelmetall in der Regel attraktiver machen.

Nach Angaben des CME FedWatch-Tools rechnen Investoren mit zwei Zinsschritten von jeweils 25 Basispunkten, im Oktober mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent und im Dezember mit einer Wahrscheinlichkeit von 73 Prozent. Da Gold keine laufenden Erträge abwirft, profitiert es in einem Niedrigzinsumfeld traditionell besonders. Neben der Erwartung sinkender Zinsen trug auch eine verstärkte Nachfrage seitens institutioneller Anleger zur Rallye bei. Viele von ihnen verlagerten Gelder offenbar aus Aktienmärkten, die zuletzt Rekordstände erreicht hatten.

Auch aus Indien kam spürbare Unterstützung für den Goldpreis. Dort stiegen die physischen Prämien auf ein Zehnmonatshoch, obwohl die Rekordpreise kurz vor der bevorstehenden Festsaison hätten abschreckend wirken können. Marktbeobachter erklärten, dass Anleger das Edelmetall weiterhin als sichere Anlage bevorzugten und auf weitere Kursgewinne hofften. Entscheidend für die Entwicklung in den kommenden Wochen seien neben der indischen Nachfrage auch eine mögliche Erholung der chinesischen Käufe sowie die Beständigkeit der Zuflüsse in börsengehandelte Goldfonds.

Der weltgrößte goldgedeckte ETF, der SPDR Gold Trust, meldete zum Wochenbeginn einen Anstieg seiner Bestände um 0,60 Prozent auf 1.000,57 Tonnen. Dies war der höchste Stand seit mehr als drei Jahren. Parallel dazu zeigten auch andere Edelmetalle Stärke. Der Silberpreis legte um 0,4 Prozent auf 44,24 Dollar je Feinunze zu und hielt sich damit in der Nähe eines 14-Jahres-Hochs. Platin verteuerte sich um 1,5 Prozent auf 1.437,56 Dollar, während Palladium um 1,9 Prozent auf 1.201 Dollar zulegte.

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