Goldpreis erreicht Rekordhoch nach Trumps Zollankündigung
Handelskrieg, Inflationssorgen und Zinsspekulationen treiben Anleger in sichere Häfen

Der Goldpreis ist am Donnerstag auf ein neues Rekordhoch gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump überraschend scharfe Importzölle verkündet hat. Die Ankündigung sorgte weltweit für Unruhe an den Finanzmärkten und führte zu einer verstärkten Nachfrage nach als sicher geltenden Anlageformen. Der Preis für eine Feinunze Gold kletterte im frühen Handel auf bis zu 3.167,57 US-Dollar und lag zuletzt bei 3.148,05 US-Dollar. Auch die US-Gold-Futures legten um 0,2 Prozent auf 3.172,60 US-Dollar zu.
Trump hatte am Mittwoch einen pauschalen Zollsatz von zehn Prozent auf sämtliche Importe in die Vereinigten Staaten angekündigt. Zusätzlich sollen für zahlreiche Länder, darunter wichtige Handelspartner der USA, noch höhere Abgaben gelten. Die Regierung bestätigte zudem, dass die bereits geplanten Zölle von 25 Prozent auf Autos und Lastwagen ab dem 3. April in Kraft treten werden. Für Einfuhren von Fahrzeugteilen sind ab dem 3. Mai zusätzliche Abgaben vorgesehen.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass diese Maßnahmen die ohnehin angespannte Lage im globalen Handel weiter verschärfen und das Wirtschaftswachstum der USA bremsen könnten. Analysten rechnen zugleich mit einem Anstieg der Inflation. Einige Experten führen den Anstieg des Goldpreises auch auf Spekulationen über mögliche Zinssenkungen in den USA zurück. Der Finanzmarktanalyst Kyle Rodda erklärte, dass eine wirtschaftliche Abschwächung infolge der Zölle die Aussicht auf künftige Zinssenkungen erhöhe, was die Nachfrage nach Gold stütze.
Zudem rechnen Händler damit, dass sich Notenbanken verstärkt dem Gold zuwenden könnten, um ihre Reserven abzusichern. Der Goldpreis ist seit Jahresbeginn bereits um mehr als 19 Prozent gestiegen. Neben den Zöllen wirken sich auch geopolitische Konflikte und die anhaltenden Käufe der Zentralbanken preissteigernd aus. Gold gilt traditionell als Schutz vor wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten.
Während Gold deutlich zulegte, gaben andere Edelmetalle im Tagesverlauf nach. Silber fiel um 1,5 Prozent auf 33,52 US-Dollar je Feinunze. Der Platinpreis sank um 0,7 Prozent auf 977,17 US-Dollar und Palladium verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 965,14 US-Dollar. Trotz eines unerwartet starken Anstiegs der privaten US-Beschäftigtenzahlen im März halten viele Ökonomen an ihrer Einschätzung fest, dass sich der Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten eintrübt. Mit Spannung wird nun der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung erwartet, der am Freitag veröffentlicht werden soll.
