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Goldman: Hyperscaler brauchen 300 Milliarden Dollar KI-Umsatz für Break-Even

Die größten US-KI-Hyperscaler müssen laut Goldman Sachs jährlich rund 300 Milliarden Dollar an KI-Umsatz erzielen, um ihre Ausgaben auszugleichen.

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Goldman: Hyperscaler brauchen 300 Milliarden Dollar KI-Umsatz für Break-Even

Die großen US-amerikanischen KI-Hyperscaler stehen vor einer gewaltigen Ertragshürde. Nach Einschätzung von Goldman Sachs müssen sie in den kommenden Jahren jährlich etwa 300 Milliarden Dollar an KI-Umsatz generieren, um ihre hohen Investitionsausgaben auszugleichen. Das geht aus einer Kundennotiz der Investmentbank hervor, über die Investing.com berichtet.

Goldman-Analyst Ryan Hammond erklärte darin, die Hyperscaler seien auf dem Weg, im Jahr 2026 Kapitalausgaben in Höhe von 800 Milliarden Dollar zu tätigen. Der Marktkonsens geht laut Hammond davon aus, dass diese Summe im Jahr 2027 auf 1,1 Billionen Dollar steigen wird. Das Basis-Szenario der Bank rechnet damit, dass die Ausgaben 2027 über den Konsenswerten liegen werden – allerdings bei nachlassendem Wachstumstempo und abnehmendem Potenzial für positive Überraschungen.

Cloud-Umsätze deutlich über dem Vor-KI-Trend

Hammond verwies auf die starke Entwicklung der Cloud-Erlöse: „Die Cloud-Umsätze der Hyperscaler haben dieses Jahr stark zugelegt und lagen im zweiten Quartal 2026 annualisiert rund 70 Milliarden Dollar über dem Trend vor der Ära der künstlichen Intelligenz." Zudem übersteigen die bekanntgegebenen Umsatzrückstände einen Betrag von 4 Billionen Dollar, so der Analyst weiter.

Für solide Renditen rechnet Goldman damit, dass KI-Nutzer jährlich etwa 1 Billion Dollar für KI-Anwendungen ausgeben müssten. Zum Vergleich: In diesem Jahr entfielen weltweit rund 1,5 Billionen Dollar auf Software-Ausgaben. Die KI-Ausgaben müssten also eine Größenordnung erreichen, die in einem erheblichen Verhältnis zum gesamten globalen Softwaremarkt steht.

Der Analyst räumte zugleich die Skepsis am Markt ein. „Viele Marktteilnehmer sind skeptisch bezüglich der Dauerhaftigkeit der Gewinnentwicklung bei Infrastrukturaktien im KI-Bereich, und diese Einschätzung spiegelt sich zumindest teilweise in den Marktpreisen wider", schrieb Hammond. Bei den aktuellen Kursen müssten die Gewinne einiger Halbleiterunternehmen erheblich sinken, damit diese Aktien ihr historisches durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) erreichen.

Bewertung und Ausblick auf Software-Aktien

Goldman betonte in der Notiz, dass auch die Hyperscaler selbst zu niedrigen Multiplikatoren handeln. Anzeichen für tatsächliche Investitionsrenditen sowie ein verlangsamtes Wachstum der Ausgaben sollten die Aktienkurse stützen – ein Argument, das für Anleger von Bedeutung ist, die auf eine nachhaltige Bewertung der KI-Infrastruktur setzen.

Über die Infrastrukturebene hinaus erwartet Goldman, dass Aktien im Bereich KI-Software und -Dienstleistungen weiterhin Gewinner und Verlierer hervorbringen werden. „Die Einführung in Unternehmen befindet sich noch in den frühen Phasen, doch die jüngste Beschleunigung der KI-Ausgaben der Unternehmen deutet darauf hin, dass der Einfluss der KI auf die Unternehmensgewinne in den kommenden Quartalen zunehmend sichtbar werden sollte", ergänzte Hammond.

Für deutsche Anleger ist die Einschätzung insofern relevant, als die Bewertung der KI-Infrastruktur – von Halbleitern über Cloud-Anbieter bis hin zu Softwarekonzernen – stark von der Erwartung abhängt, dass die enormen Investitionen in Rechenzentren und Chips sich in reale Erträge übersetzen. Goldman Sachs liefert mit der Notiz eine Rechengröße, an der sich diese Erwartung künftig messen lassen muss: 300 Milliarden Dollar jährlicher KI-Umsatz als Schwelle zum Break-Even.

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