FTSE 100 steigt nach Fed-Zinserhöhung – BoE-Entscheidung im Fokus
Britischer Leitindex legt zu, während alle Augen auf die Bank of England gerichtet sind.

Der britische FTSE 100 hat am Donnerstag zugelegt, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) eine erwartete Zinserhöhung vorgenommen hatte. Die Aufmerksamkeit der Märkte richtet sich nun auf die Zinsentscheidung der Bank of England (BoE), die später am Tag erwartet wird.
Der Blue-Chip-Index FTSE 100 stieg bis 10:34 Uhr GMT um 0,51 Prozent auf 10.742,81 Punkte, während der Midcap-Index FTSE 250 um 0,42 Prozent anlegte. Damit reagierten die britischen Märkte positiv auf den geldpolitischen Schritt der US-Notenbank.
Fed-Entscheidung und Auswirkungen
Die Fed hatte am Mittwoch die Zinsen um 25 Basispunkte angehoben und signalisierte eine weitere Erhöhung in den kommenden Monaten. Der neu ernannte Chief Kevin Warsh sprach sich einstimmig für diesen Schritt aus. Diese Entscheidung folgt einem Anstieg der Ölpreise in den letzten Monaten, der durch den Krieg im Nahen Osten getrieben wurde. Die gestiegenen Energiepreise haben die Inflation angeheizt und politische Entscheidungsträger weltweit dazu veranlasst, ihre Geldpolitik neu zu bewerten.
BoE im Rampenlicht
Von der Bank of England wird allgemein erwartet, dass sie die Zinsen später am Tag unverändert lässt. Alle Blicke richten sich jedoch darauf, ob Anzeichen dafür sprechen, dass hohe Energiepreise die BoE dazu zwingen könnten, im November zu erhöhen. Händler erwarten weiterhin, dass die Zinsen bis Jahresende um mindestens 43,5 Basispunkte steigen, laut von LSEG zusammengestellten Daten.
Neil Wilson, Investor-Strategist bei Saxo UK, kommentierte in einer Notiz: „Die BoE kann die Zinsen nicht in einen hauptsächlich durch Angebotsschocks verursachten Zustand hinein erhöhen – dies ist nicht 2022 und es ist nicht die USA, wo die Wirtschaft viel stärker ist und vom KI-Boom profitiert.“
Unternehmensmeldungen im Überblick
Der Bekleidungshändler Next legte um 0,82 Prozent zu, nachdem er seine Jahresprognose zum vierten Mal in diesem Jahr angehoben hatte. Das Unternehmen erhöhte seine Guidance für den jährlichen Gewinn vor Steuern um 12 Millionen Pfund (16,08 Millionen US-Dollar) auf 1,255 Milliarden Pfund.
AstraZeneca gewann rund ein Prozent hinzu. Das Unternehmen gab eine Investition von fast 200 Millionen Yuan (29,81 Millionen US-Dollar) zur Aufrüstung seiner Produktions- und Lieferbasis in Wuxi, China, bekannt, wie das chinesische Tochterunternehmen mitteilte.
Edelmetallwerte legten um 1,4 Prozent zu, nachdem die Goldpreise nach der Zinserhöhung der Fed gestiegen waren. Pan African Resources und Endeavour Mining verzeichneten dabei Kursgewinne von 4,5 Prozent beziehungsweise einem Prozent.
Midcaps mit positiven Signalen
Unter den Midcaps kletterte die Billigfluggesellschaft Wizz Air um 2,4 Prozent. Die Fluggesellschaft stellte mittelfristige Finanzziele vor, darunter einen jährlichen Umsatz von 10 Milliarden Euro (11,47 Milliarden US-Dollar). Zudem erhöhte sie ihre Prognose für den Umsatz pro verfügbarem Sitzkilometer (RASK) für das zweite Quartal.
Das Bauunternehmen Galliford Try legte um 3,8 Prozent zu, unterstützt durch einen Anstieg der jährlichen Gewinne um 24 Prozent. Das Unternehmen profitierte von höheren Projektaktivitäten und disziplinierter Kostenkontrolle.
Die britischen Märkte bleiben damit in einer abwartenden Haltung, während die Anleger auf die Entscheidung der Bank of England warten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Notenbank dem Kurs der Fed folgen oder angesichts der spezifischen wirtschaftlichen Gegebenheiten im Vereinigten Königreich einen vorsichtigeren Weg einschlagen wird.
