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Tschechische Nationalbank belässt Leitzins bei 3,75 Prozent

CNB hält Zinspause einstimmig aufrecht – Inflationsrisiken bleiben bestehen.

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Tschechische Nationalbank belässt Leitzins bei 3,75 Prozent

Die Tschechische Nationalbank (CNB) hat ihren Leitzins wie erwartet bei 3,75 Prozent belassen. Die Entscheidung fiel einstimmig mit 7:0 Stimmen und setzt die Zinspause fort, die im vergangenen Monat eingeleitet wurde. Zuvor hatten die Währungshüter im Juni erstmals seit vier Jahren eine Zinsanpassung vorgenommen.

Analysten hatten diesen Schritt weitgehend antizipiert. Eine Umfrage unter elf Experten ergab, dass keiner von ihnen eine Änderung erwartet hatte. Lediglich zwei von acht befragten Analysten rechnen bis Jahresende mit einer Anhebung um 25 Basispunkte. Die Mehrheit geht damit von einer anhaltenden Stabilisierung des Zinsniveaus aus.

Die Zentralbank betonte, dass das aktuelle Zinsniveau weiterhin deutlich über der Inflationsrate liegt. Diese lag im August bei 1,9 Prozent und damit knapp unter dem Zielwert von 2 Prozent. Dennoch stuft das Direktorium die Risiken für das Erreichen des Inflationsziels insgesamt als inflationär ein. Um das Ziel langfristig zu sichern, sei eine weiterhin restriktive Geldpolitik erforderlich.

Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität

Die Notenbank identifizierte eine Reihe von Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität. Dazu zählen insbesondere das durch Konsum und Investitionen getriebene Preiswachstum, steigende Staatsausgaben sowie eine beschleunigte Lohnentwicklung. Auch die Kerninflation und eine mögliche Beschleunigung der Geldmenge wurden als treibende Faktoren genannt.

Zudem wird erwartet, dass die zuletzt rückläufigen Lebensmittelpreise in den kommenden Monaten wieder anziehen könnten. Die geplante Erhöhung des tschechischen Haushaltsdefizits auf etwa 3,5 Prozent des BIP für das kommende Jahr sowie globale Energiepreisschocks verstärken den Inflationsdruck zusätzlich.

Abwärtsrisiken und globale Faktoren

Auf der anderen Seite verwies die CNB auf Abwärtsrisiken, die vor allem aus der schwachen wirtschaftlichen Performance einiger Euro-Länder sowie einer möglichen globalen Korrektur der Vermögenspreise resultieren könnten. Zudem beobachtet die Bank aufmerksam die Auswirkungen des Nahostkonflikts auf die heimische Wirtschaft.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in Tschechien von besonderem Interesse, da die Tschechische Republik ein wichtiger Handelspartner und Produktionsstandort für viele deutsche Unternehmen ist. Die geldpolitische Ausrichtung der CNB kann daher auch indirekte Auswirkungen auf die deutsche Exportwirtschaft haben.

Ausblick: Nächste Sitzung im November

Die nächste geldpolitische Sitzung der Tschechischen Nationalbank ist für November angesetzt. Dann wird das Gremium auch eine aktualisierte vierteljährliche Wirtschaftsprognose vorlegen, die weitere Aufschlüsse über den zukünftigen Zinspfad geben dürfte. Marktteilnehmer werden die Veröffentlichung mit Spannung erwarten, um Hinweise auf mögliche Zinsanpassungen zum Jahresende zu erhalten.

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