Freeport genehmigt 4,5-Milliarden-Dollar-Expansion der Kupfermine Bagdad in Arizona
Der US-Bergbaukonzern verdoppelt die Kapazität seiner Anlage in Arizona und will zum zweitgrößten Kupferbergwerk des Landes werden.

Der Aufsichtsrat des US-Metallkonzerns Freeport-McMoRan hat ein Expansions- und Modernisierungsprogramm im Volumen von 4,5 Milliarden US-Dollar für seine Kupfer- und Molybdänanlage Bagdad im Nordwesten des US-Bundesstaats Arizona genehmigt. Mit dem Beschluss rückt eines der größten Investitionsvorhaben der US-amerikanischen Kupferindustrie in die Umsetzungsphase. Der Konzern ordnet das Vorhaben selbst als zentralen Baustein seiner Wachstumsstrategie in den Vereinigten Staaten ein.
Das Projekt soll die Abbau- und Aufbereitungskapazitäten der Anlage mehr als verdoppeln. Nach Angaben des Unternehmens würde Bagdad damit zum zweitgrößten Kupferbergwerk der USA aufsteigen. Die Kupferförderung aus Bagdad soll jährlich um rund 225 Millionen Pfund auf mehr als 400 Millionen Pfund pro Jahr steigen. Bei Molybdän erwartet Freeport einen Zuwachs von etwa 12 Millionen Pfund pro Jahr auf mehr als 20 Millionen Pfund jährlich.
Freeport-Präsidentin und CEO Kathleen Quirk erklärte: „Wir freuen uns, die Expansion von Bagdad voranzutreiben, einen wichtigen Schritt zur Umsetzung der US-Kupferwachstumsstrategie von Freeport." Sie ergänzte, das risikominimierte Brownfield-Projekt nutze die erheblichen Reserven, die lange Betriebsgeschichte, die vorhandene Infrastruktur und die erfahrene Belegschaft von Bagdad, um neue US-amerikanische Kupfer- und Molybdänproduktionen zu erschließen und die Position von Freeport als „Amerikas Kupfer-Champion" weiter zu festigen.
Das Investitionspaket umfasst neue Konzentratoranlagen und umfangreiche Infrastruktur
Das genehmigte Programm umfasst Investitionen in eine erweiterte Verarbeitungskapazität. Vorgesehen sind neue Konzentratoranlagen, die zusätzliche Verarbeitungskapazitäten von rund 115 000 Tonnen pro Tag bereitstellen sollen. Hinzu kommt unterstützende Infrastruktur: ein neuer Primärbrecher, ein Förderband über weite Strecken, eine Wasserleitung, eine Stromleitung, Bergbaumaschinen und damit verbundene Einrichtungen.
Der Bau der neuen Infrastruktur wird voraussichtlich dreieinhalb Jahre dauern. Die erste Produktion ist für Mitte 2030 geplant. Während der Bauphase rechnet Freeport mit mehr als 4 000 direkten und indirekten Arbeitsplätzen. Die erweiterte Anlage soll zudem Tausende langfristige Beschäftigungsmöglichkeiten bieten und die langfristigen Nettokosten pro Einheit um etwa 20 Prozent senken.
Die Mine Bagdad ist seit 1945 in Betrieb. Im Jahr 2025 wurde sie nach Unternehmensangaben zum ersten großen US-Bergwerk, das eine vollständig autonome Flotte von Förderfahrzeugen einsetzt. Diese Kombination aus langer Betriebshistorie, bereits vorhandener Infrastruktur und technologischer Modernisierung ist der Grund, warum Freeport das Vorhaben als Brownfield-Projekt mit begrenztem Umsetzungsrisiko einordnet.
Bereits am 22.10.2026 berichtete aktien.news über ein weiteres Kupferprojekt in Arizona
Der Standort Arizona steht derzeit im Zentrum mehrerer großer Investitionsentscheidungen der US-Kupferbranche. Bereits am 22.10.2026 berichtete aktien.news, dass Hudbay Minerals und sein japanischer Partner Mitsubishi den Bau des Kupferprojekts „Copper World" in Arizona offiziell genehmigt haben. Das Vorhaben liegt rund 50 Kilometer südöstlich von Tucson und gilt als eines der bedeutendsten neuen Kupferprojekte in den Vereinigten Staaten; die Produktion soll in der zweiten Jahreshälfte 2029 aufgenommen werden. Hudbay hält 70 Prozent an dem Joint Venture, Mitsubishi ist mit 30 Prozent beteiligt.
Auch Freeport selbst war zuletzt mehrfach Thema. Am 19.02.2026 berichtete aktien.news, dass sich der Konzern den langfristigen Zugang zur Grasberg-Mine in Indonesien gesichert hat. Das Unternehmen einigte sich mit der Regierung in Jakarta darauf, die Betriebsrechte für die Kupfer- und Goldlagerstätte bis zur vollständigen Erschöpfung der Ressourcen zu verlängern. Am 23.07.2026 meldete aktien.news, dass Freeport die Erwartungen der Wall Street für das zweite Quartal übertroffen hat: Der bereinigte Gewinn lag bei 0,74 US-Dollar pro Aktie, deutlich über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 0,59 US-Dollar. Der durchschnittlich erzielte Kupferpreis kletterte im zweiten Quartal auf 6,17 US-Dollar pro Pfund, ein Anstieg von 41,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 4,54 US-Dollar pro Pfund.
In dieselbe Richtung weist eine Meldung vom 23.10.2026: Damals berichtete aktien.news, dass Grupo Mexico die Investitionen in seine US-Bergbau-Tochter Asarco vorantreiben will. Geplant sind der Ausbau der Minen Ray und Silver Bell in Arizona sowie die Wiederaufnahme des Schmelz- und Raffineriebetriebs im Hayden-Werk, mit Ausgaben zwischen 4 Milliarden und 6 Milliarden US-Dollar über die nächsten drei Jahre.
Für Anleger steht die Umsetzung der US-Kupferstrategie von Freeport im Vordergrund
Für deutsche Privatanleger ist die Genehmigung vor allem ein Signal zur Umsetzungskraft der US-Strategie des Konzerns. Freeport zählt zu den größten börsennotierten Kupferproduzenten der Welt und hat seinen Sitz in Phoenix, Arizona. Die Bagdad-Expansion liegt damit in dem Markt, der im Archivbericht vom 23.07.2026 mit deutlich gestiegenen Kupferpreisen beschrieben wurde. Die im Quelltext genannte Senkung der langfristigen Nettokosten pro Einheit um etwa 20 Prozent ist ein Kostenhebel, der erst nach der Inbetriebnahme wirksam wird.
Zu beachten ist die zeitliche Streckung: Zwischen der Genehmigung und der ersten Produktion Mitte 2030 liegen nach Unternehmensangaben dreieinhalb Jahre Bauzeit. Kurzfristige Ergebniseffekte lassen sich daraus nicht ableiten. Die Investitionssumme von 4,5 Milliarden US-Dollar bindet zudem über mehrere Jahre Kapital. Anleger sollten daher den Projektfortschritt und die weitere Entwicklung der Kupfer- und Molybdänpreise im Blick behalten, ohne die langen Vorlaufzeiten des Bergbaus zu unterschätzen.
Die erste Produktion aus der erweiterten Anlage ist für Mitte 2030 geplant
Der Fahrplan des Unternehmens sieht für den Bau der neuen Infrastruktur eine Dauer von voraussichtlich dreieinhalb Jahren vor. Die erste Produktion aus der erweiterten Anlage ist für Mitte 2030 angesetzt. Danach soll die Kupferförderung auf mehr als 400 Millionen Pfund pro Jahr und die Molybdänproduktion auf mehr als 20 Millionen Pfund pro Jahr steigen. Freeport erwartet, dass der Standort damit zum zweitgrößten Kupferbergwerk der USA wird und die langfristigen Nettokosten pro Einheit um etwa 20 Prozent sinken.
Diese drei Fachbegriffe aus dem Bergbau sollten Anleger kennen
- Brownfield-Projekt: Ein Vorhaben, das auf einem bereits erschlossenen und in Betrieb befindlichen Bergwerkstandort aufbaut und deshalb vorhandene Infrastruktur und Anlagen mitnutzt.
- Konzentratoranlage: Eine Aufbereitungsanlage, in der Erz zu einem angereicherten Konzentrat verarbeitet wird, das anschließend weiterverarbeitet wird.
- Molybdän: Ein Metall, das häufig als Nebenprodukt beim Kupferbergbau anfällt und unter anderem in der Stahlveredelung eingesetzt wird.
