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Frankreichs Notenbankchef verteidigt Unabhängigkeit der Zentralbanken weltweit

Villeroy de Galhau warnt beim IWF-Treffen in Washington: Zentralbankunabhängigkeit ist unverzichtbar für stabile Geldpolitik und niedrige Inflation.

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Frankreichs Notenbankchef verteidigt Unabhängigkeit der Zentralbanken weltweit

François Villeroy de Galhau, Gouverneur der Banque de France, hat sich beim Frühjahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington klar für die Unabhängigkeit der Zentralbanken ausgesprochen. „Ich weiß, dass sie kritisiert wird. Sie wird angegriffen, mitunter auch in diesem Land", sagte Villeroy bei der Veranstaltung. Seine Worte richteten sich an ein internationales Publikum – und waren kaum verklausuliert an die aktuelle politische Debatte in den USA adressiert.

Der französische Notenbankchef betonte, dass die Unabhängigkeit der Zentralbanken nicht von den Bankern selbst erfunden wurde, sondern als Teil demokratischer Strukturen vereinbart worden sei. „Sie dient unseren Volkswirtschaften und der Gesellschaft, denn die praktische Erfahrung zeigt, dass Unabhängigkeit zu einer niedrigeren Inflation und geringeren Zinssätzen führt", sagte er. Mit Blick auf die aktuellen globalen Unsicherheiten fügte er hinzu: „Ich hoffe daher, dass wir überall daran festhalten können. Es wird uns durch diese Krise helfen."

Trumps Angriffe auf Fed-Chef Powell im Fokus

Villeroys Äußerungen spiegeln eine tiefe Besorgnis wider, die unter den Verbündeten der USA weit verbreitet ist. Hintergrund sind die wiederholten öffentlichen Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf Jerome Powell, den amtierenden Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve. Trump kritisiert Powell für sein vermeintlich zögerliches Handeln bei der Senkung der US-Leitzinsen – ein Vorwurf, den Powell und die Fed bislang zurückweisen.

Zusätzlich belasten strafrechtliche Ermittlungen im Zusammenhang mit der Renovierung des Hauptsitzes der Federal Reserve in Washington die Situation. Trump drohte zuletzt damit, Powell von seinem separaten Sitz im Gouverneursrat der Fed zu entlassen, sollte Powell diesen Posten nicht räumen, wenn seine Amtszeit als Zentralbankchef am 15. Mai endet. Diese Drohung markiert eine neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen der US-Regierung und der unabhängigen Notenbank.

Unsichere Nachfolge und drohender Machtkampf

Die Aussicht auf einen reibungslosen Übergang an der Fed-Spitze wird zunehmend ungewisser. Trumps favorisierter Kandidat für die Nachfolge Powells ist Kevin Warsh, ein ehemaliges Mitglied des Fed-Gouverneursrats. Doch die Perspektive eines geordneten und fristgerechten Wechsels steht laut Reuters auf wackeligen Beinen.

Dies bereitet den Boden für einen möglichen institutionellen Konflikt darüber, wer in der Übergangsphase die Geschäfte der mächtigsten Notenbank der Welt führt. Für internationale Beobachter und Märkte ist diese Unsicherheit ein beunruhigendes Signal – denn die Unabhängigkeit der Fed gilt als Grundpfeiler der globalen Finanzstabilität.

Für deutsche Anleger und Sparer ist die Entwicklung in den USA von unmittelbarer Bedeutung: Die Geldpolitik der Federal Reserve beeinflusst Wechselkurse, Kapitalströme und letztlich auch die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Eine politisch abhängige Fed würde das Vertrauen in die globale Geldpolitik grundlegend erschüttern – ein Szenario, das Villeroy de Galhau mit seinen Worten in Washington klar abwenden möchte.

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