Fed vor Zinsentscheidung: Ökonomen warnen vor schwerwiegendem Fehler
Prominente Ökonomen warnen die Fed vor einer Zinserhöhung und sehen die US-Wirtschaft in Gefahr.

Die US-Notenbank Federal Reserve steht in dieser Woche vor einer richtungsweisenden Entscheidung. An der Wall Street und in Washington rechnen die meisten Beobachter mit einer weiteren Zinserhöhung. Doch namhafte Ökonomen warnen eindringlich vor diesem Schritt. Sie befürchten, dass die Fed damit einen schwerwiegenden Fehler begehen könnte.
Die Zentralbank hat einen doppelten Auftrag: Sie soll für stabile Beschäftigung sorgen und die Inflation im Zaum halten. Mit einer Zinserhöhung am Mittwoch würde die Fed versuchen, die weiterhin hohe Teuerung zu bekämpfen. Doch eine Gruppe prominenter Ökonomen sieht die US-Wirtschaft als deutlich anfälliger an, als es die allgemeine Stimmungslage vermuten lässt.
Wachsende Rezessionsängste
Die Kritiker einer Zinserhöhung argumentieren, dass die Konjunktur unter der Oberfläche schwächer sei, als viele glauben. Sie warnen davor, dass eine weitere Straffung der Geldpolitik zu einem scharfen Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität führen könnte. Dies wiederum würde Unternehmen dazu veranlassen, Arbeitskräfte zu entlassen. Das Ergebnis wäre eine handfeste Rezession.
Die Sorge der Ökonomen ist nicht von der Hand zu weisen. Die US-Wirtschaft hat sich in den vergangenen Monaten zwar als erstaunlich robust erwiesen. Doch die hohen Zinsen der Fed wirken mit zeitlicher Verzögerung. Viele Unternehmen klagen bereits über sinkende Aufträge und eine abnehmende Investitionsbereitschaft.
Die Zwickmühle der Fed
Die Federal Reserve befindet sich in einer klassischen Zwickmühle. Einerseits ist die Inflation immer noch zu hoch und liegt deutlich über dem Zielwert von zwei Prozent. Andererseits mehren sich die Anzeichen für eine konjunkturelle Abkühlung. Eine Zinserhöhung könnte die Inflation weiter dämpfen, aber auch die Wirtschaft unnötig stark abwürgen.
Die Ökonomen, die vor einer Zinserhöhung warnen, plädieren daher für ein Abwarten. Sie fordern die Fed auf, zunächst die weiteren wirtschaftlichen Daten zu analysieren, bevor sie erneut an der Zinsschraube dreht. Ihrer Ansicht nach wäre es ein schwerer Fehler, jetzt die Zinsen anzuheben und damit das Risiko einer Rezession deutlich zu erhöhen.
Ausblick auf die Fed-Sitzung
Die Entscheidung der Fed am Mittwoch wird mit Spannung erwartet. Sollte die Notenbank tatsächlich die Zinsen anheben, wäre dies ein klares Signal, dass sie den Kampf gegen die Inflation über alles andere stellt. Die warnenden Stimmen der Ökonomen würden damit übergangen.
Sollte die Fed dagegen die Zinsen unverändert lassen, wäre dies ein Zugeständnis an die wachsenden Konjunktursorgen. Ein solcher Schritt würde an den Märkten vermutlich für Erleichterung sorgen, könnte aber auch als Zeichen von Unsicherheit interpretiert werden.
Für deutsche Anleger ist die Entscheidung der Fed von großer Bedeutung. Die US-Geldpolitik beeinflusst die Kapitalmärkte weltweit, den Dollarkurs und damit auch die Exportchancen der deutschen Wirtschaft. Eine Rezession in den USA würde auch die Konjunktur in Europa belasten. Die Warnungen der Ökonomen sollten daher auch hierzulande ernst genommen werden.
