Trumps Zölle gefährden deutsche Arbeitsplätze massiv
Exportabhängige Branchen drohen hohe Verluste – 300.000 Jobs könnten wegfallen

Die angekündigten Strafzölle des designierten US-Präsidenten Donald Trump könnten Deutschland wirtschaftlich hart treffen. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung droht der Verlust von bis zu 300.000 Arbeitsplätzen, wenn die Zölle wie geplant eingeführt werden und andere Länder mit Gegenzöllen reagieren. Dies entspräche etwa dem doppelten Personalbestand des größten deutschen Automobilherstellers Volkswagen. Auch bei einer gemäßigteren Umsetzung der Zollpläne könnten noch 200.000 Jobs wegfallen, so das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK).
Besonders betroffen wäre die deutsche Exportwirtschaft, die stark auf den Handel mit den USA angewiesen ist. Einer Studie des Prognos-Instituts zufolge hängen in Deutschland rund 1,2 Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt von Exporten in die Vereinigten Staaten ab. Das entspricht etwa zehn Prozent der insgesamt zwölf Millionen exportabhängigen Jobs in der Bundesrepublik. Sollte Trumps Zollpolitik umgesetzt werden, könnten deutsche Exporte in die USA um bis zu 15 Prozent zurückgehen, warnt Lisandra Flach, Leiterin des Außenwirtschaftsbereichs am ifo-Institut.
Die Pharmabranche wäre dabei besonders stark betroffen. In dieser Industrie hängen 28 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland direkt von den Ausfuhren in die Vereinigten Staaten ab. Auch die Maschinenbau-, Fahrzeug- und Chemiebranchen würden aufgrund ihrer hohen Exportquoten deutliche Einbußen erleiden.
Trumps Ziel ist es, durch höhere Zölle das Handelsdefizit der USA zu reduzieren. Deutschland, das zuletzt einen Handelsbilanzüberschuss von 90 Milliarden Euro gegenüber den USA verzeichnete, stünde dabei besonders im Fokus. Nach Aussage von Trump sollen die Zölle auf alle Importe mindestens zehn Prozent betragen, während chinesische Produkte mit 60 Prozent und Autoimporte aus Mexiko sogar mit 200 Prozent belegt werden könnten.
Zur Umsetzung seiner Pläne kündigte Trump an, direkt nach seiner Amtseinführung eine neue Zollbehörde, den "External Revenue Service", per Dekret zu schaffen. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social erklärte er, dass die bisherige Handelspolitik der USA anderen Ländern Vorteile verschafft habe, während die Vereinigten Staaten selbst benachteiligt worden seien. Nun sei es an der Zeit, dass die Länder, die von den USA profitierten, "ihren gerechten Anteil zahlen".
Die geplanten Maßnahmen könnten nicht nur den deutschen Arbeitsmarkt, sondern auch den freien Handel insgesamt erheblich belasten.
