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Fed-Protokoll offenbart Spaltung: KI-Boom trifft auf Inflationssorgen

Notenbanker uneins über Zinspolitik – künstliche Intelligenz als Chance und Risiko zugleich

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Fed-Protokoll offenbart Spaltung: KI-Boom trifft auf Inflationssorgen

Die US-Notenbank Federal Reserve steht vor einer ihrer schwierigsten Phasen seit Jahren. Das am Mittwoch veröffentlichte Protokoll der Januar-Sitzung zeigt eine tiefe Spaltung unter den Entscheidungsträgern – sowohl bei der kurzfristigen Zinspolitik als auch bei der Einschätzung langfristiger wirtschaftlicher Trends durch künstliche Intelligenz.

Die Mehrheit der Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) stimmte zwar dafür, den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent zu belassen. Doch die Begründungen dafür könnten unterschiedlicher nicht sein. Während einige Notenbanker auf einen KI-getriebenen Produktivitätsboom und damit sinkende Inflation hoffen, warnen andere vor anhaltend hohem Preisdruck und fordern sogar mögliche Zinserhöhungen.

Besonders brisant: Zwei hochrangige Fed-Gouverneure, Christopher Waller und Stephen Miran, stimmten gegen die Entscheidung und plädierten für Zinssenkungen. Sie befürchten eine Schwächung des Arbeitsmarktes. Dies unterstreicht die Herausforderung für Kevin Warsh, der im Mai die Nachfolge von Jerome Powell als Fed-Chef antreten soll.

KI als Spaltpilz in der Geldpolitik

Die Debatte um künstliche Intelligenz zieht sich wie ein roter Faden durch das Protokoll. "Mehrere Teilnehmer erwarteten, dass ein höheres Produktivitätswachstum im Zusammenhang mit technologischen Entwicklungen einen Abwärtsdruck auf die Gesamtinflation ausüben würde", heißt es im Dokument. Diese optimistische Sichtweise deckt sich mit den Erwartungen der Trump-Administration an ihre Wirtschaftspolitik.

Doch die Gegenseite warnt vor erheblichen Risiken. Einige Notenbanker sehen in den massiven KI-Investitionen, steigenden Vermögensbewertungen und der Beteiligung "undurchsichtiger privater Märkte" potenzielle Gefahren für die Finanzstabilität. Die meisten Teilnehmer warnten zudem, dass die Fortschritte in Richtung des Zwei-Prozent-Inflationsziels langsamer verlaufen könnten als erwartet.

Der Fed-Stab selbst geht davon aus, dass das starke Wirtschaftswachstum anhalten wird – allerdings das "Potenzial übersteigen" und damit höhere Inflation verursachen könnte. Dies widerspricht der von Warsh vertretenen These, dass Produktivitätsgewinne schnell genug kommen, um stärkeres Wachstum bei geringerem Preisdruck zu ermöglichen.

Erstmals seit langem wieder Zinserhöhungen im Gespräch

Bemerkenswert ist die erstmalige Erwähnung möglicher Zinserhöhungen seit langer Zeit. "Mehrere Teilnehmer" hätten eine "zweiseitige Beschreibung" der künftigen Zinsentscheidungen unterstützen können – was bedeutet, dass auch Anhebungen in Betracht gezogen werden, sollte die Inflation auf dem aktuellen Niveau von etwa drei Prozent verharren.

"Einige" Notenbanker forderten, die Zinsen "für einige Zeit" unverändert zu lassen, bis neue Daten vorliegen. Eine Untergruppe argumentierte sogar, Senkungen seien erst angemessen, wenn es Beweise dafür gibt, dass die "Disinflation wieder auf Kurs ist". Dem gegenüber stehen "mehrere" Beamte, deren Basisszenario weitere Zinssenkungen vorsieht.

"Die Entscheidungsträger bewegen sich in entgegengesetzte Richtungen, während die Inflation immer noch über dem Ziel der Fed liegt", kommentierte David Russell, globaler Leiter der Marktstrategie bei TradeStation. "Der nächste Vorsitzende könnte eine schwierige Aufgabe haben, einen Konsens zu finden."

Märkte setzen auf Zinspausen bis Juni

Die Finanzmärkte reagierten auf das Protokoll mit einer klaren Einschätzung: Anleger erwarten, dass die Fed ihren Leitzins bis zur Sitzung am 16. bis 17. Juni unverändert lassen wird. Dies wäre voraussichtlich die erste Sitzung unter der Leitung von Kevin Warsh. Für Juni und September werden jeweils Zinssenkungen um 0,25 Prozentpunkte eingepreist – Zinserhöhungen sieht der Markt derzeit nicht.

Die seit der Januar-Sitzung veröffentlichten Wirtschaftsdaten haben die Debatte nicht vereinfacht. Die Verbraucherpreisinflation für Januar fiel zwar schwächer aus als erwartet, doch das Beschäftigungswachstum übertraf die Prognosen und die Arbeitslosenquote sank. Die Fed steht damit vor dem klassischen Dilemma: Soll sie der Inflationsbekämpfung oder der Wirtschaftsunterstützung Priorität einräumen?

Bei der nächsten Sitzung am 17. bis 18. März werden die Entscheidungsträger aktualisierte Wirtschafts- und Zinsprognosen vorlegen – ein wichtiger Fingerzeig für die weitere Richtung der US-Geldpolitik unter zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen.

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