EZB-Chefin Lagarde dementiert Rücktrittsgerüchte vor französischer Präsidentschaftswahl
Lagarde versichert EZB-Ratsmitgliedern ihre Amtsfortführung nach Medienberichten über vorzeitigen Rückzug.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat Spekulationen über einen baldigen Rücktritt eine klare Absage erteilt. In einer Nachricht an ihre Kollegen im EZB-Rat stellte sie klar, dass sie sich weiterhin voll auf ihre Aufgabe konzentriere. Vier mit der Angelegenheit vertraute Personen bestätigten gegenüber Reuters, dass Lagarde ihre Ratsmitglieder persönlich informieren würde, sollte sie tatsächlich zurücktreten wollen.
Hintergrund der Klarstellung sind Berichte der Financial Times vom Mittwoch, wonach Lagarde plane, ihr Amt vorzeitig niederzulegen. Laut dem Bericht sollte der Rücktritt noch vor den französischen Präsidentschaftswahlen 2026 erfolgen, um Präsident Emmanuel Macron ein Mitspracherecht bei der Nachfolgebesetzung zu ermöglichen. Lagarde reagierte noch am selben Tag mit ihrer Nachricht an die EZB-Ratsmitglieder.
Keine unmittelbaren Rücktrittspläne
Empfänger der Nachricht interpretierten Lagardes Worte dahingehend, dass ein Rücktritt nicht unmittelbar bevorstehe. Die französische Notenbankerin versicherte ihren Kollegen ausdrücklich, dass sie von ihr selbst und nicht aus der Presse von einem möglichen Rückzug erfahren würden. Allerdings schloss die Nachricht die Tür für einen späteren Rückzug nicht vollständig.
Die 69-jährige Lagarde steht seit November 2019 an der Spitze der Europäischen Zentralbank. Ihre reguläre Amtszeit läuft noch bis 2027. Ein Sprecher der EZB lehnte eine offizielle Stellungnahme zu den Berichten ab. Die Personalie ist von besonderer Bedeutung, da die EZB derzeit eine entscheidende Phase in ihrer Geldpolitik durchläuft und über weitere Zinssenkungen entscheiden muss.
Für die Finanzmärkte bringt die Klarstellung zunächst Beruhigung. Eine vorzeitige Vakanz an der EZB-Spitze hätte für Unsicherheit in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage sorgen können. Die französische Präsidentschaftswahl findet voraussichtlich im Frühjahr 2027 statt.
