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Fed-Präsident Bostic warnt: Warsh steht vor gewaltiger Herausforderung

Scheidender Atlanta-Fed-Chef sieht keine Zinssenkungen 2026 und mahnt neuen Chairman zur Geduld

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Fed-Präsident Bostic warnt: Warsh steht vor gewaltiger Herausforderung

Der scheidende Präsident der Federal Reserve Bank of Atlanta, Raphael Bostic, hat den designierten neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh vor einer "gewaltigen Aufgabe" gewarnt. Bostic, der Ende Februar nach achteinhalb Jahren aus dem Amt scheidet, äußerte sich bei einer Veranstaltung des Rotary Clubs von Atlanta zur Zukunft der US-Geldpolitik. Seine Einschätzung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da Präsident Donald Trump Warsh unter anderem deshalb ausgewählt hat, weil dieser seine Forderung nach niedrigeren Zinsen teilt.

Bostic vertritt eine klare Position: Die Fed sollte die Zinsen in diesem Jahr überhaupt nicht senken – eine Meinung, die mehrere seiner Kollegen im Offenmarktausschuss teilen. "Wenn Sie möchten, dass eine Politik umgesetzt wird oder sich in eine von Ihnen gewünschte Richtung entwickelt, müssen Sie sie überzeugen, mitzumachen", erklärte Bostic mit Blick auf die Herausforderungen für Warsh. Der neue Fed-Chef müsse Beziehungen aufbauen, Vertrauen gewinnen und Führungsstärke beweisen – Prozesse, die nicht über Nacht geschehen.

Die Notenbanker stimmten vergangene Woche mit deutlicher Mehrheit von 10 zu 2 dafür, den Leitzins im aktuellen Bereich von 3,50 bis 3,75 Prozent zu belassen. Das Signal aus Washington ist eindeutig: Es besteht keine Eile bei Zinssenkungen. Bostic begründet diese Haltung mit der robusten Wirtschaftslage und der Stabilisierung am Arbeitsmarkt.

Inflationsbekämpfung hat Priorität

Eine verfrühte Zinssenkung würde es "sehr unwahrscheinlich machen, dass wir unsere Inflation wieder auf unser Zielniveau senken oder sie auch nur auf einen solchen Entwicklungspfad bringen", warnte Bostic. Die Fed strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an, die derzeit noch nicht erreicht ist. "Ich denke, dies ist die Zeit, geduldig zu sein", mahnte der scheidende Atlanta-Fed-Präsident.

Die Situation ist politisch brisant: Der aktuelle Fed-Vorsitzende Jerome Powell, der Mitte Mai aus dem Amt scheidet, stand konstant im Fadenkreuz von Präsident Trump. Der Präsident kritisierte Powell wiederholt dafür, die Zinsen nicht so stark und schnell gesenkt zu haben, wie er es sich gewünscht hätte. Warsh wird nun diese heikle Balance zwischen politischem Druck und geldpolitischer Unabhängigkeit meistern müssen.

Herausforderung für neuen Fed-Chef

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von großer Bedeutung, da die Fed-Politik direkten Einfluss auf globale Kapitalmärkte und den Euro-Dollar-Wechselkurs hat. Die Entscheidung, die Zinsen vorerst stabil zu halten, stützt den US-Dollar und beeinflusst die Attraktivität amerikanischer Staatsanleihen. Warsh wird ab Mitte Mai nicht nur mit den geldpolitischen Herausforderungen konfrontiert sein, sondern auch mit der Erwartungshaltung des Weißen Hauses – eine Gratwanderung, die seine Vorgänger nur zu gut kennen.

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