Bank of America hebt Mexiko-Prognose 2026 wegen WM an
US-Großbank erwartet 1,5% BIP-Wachstum statt 1,2% – Fußball-Weltmeisterschaft als Konjunkturmotor

Die Bank of America hat ihre Wachstumsprognose für die mexikanische Wirtschaft im Jahr 2026 von 1,2% auf 1,5% angehoben. Als Hauptgründe nennt das US-Finanzinstitut einen stärkeren Jahresabschluss 2025 sowie positive Impulse durch die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft.
Die WM 2026 wird gemeinsam von den USA, Kanada und Mexiko ausgerichtet und stellt nach Einschätzung der BofA-Analysten ein erhebliches Aufwärtsrisiko für die mexikanische Konjunktur dar. Auch die optimistische Prognose für das US-Wachstum von 2,8% trägt zu den verbesserten Aussichten bei, da die USA der wichtigste Handelspartner Mexikos sind.
Für 2027 korrigierte die Bank ihre Prognose leicht nach unten von 1,8% auf 1,6%. Grund dafür sind vor allem Basiseffekte nach dem WM-Jahr. Die schwache Produktivität bleibt laut BofA ein strukturelles Problem, das mittelfristig höhere Wachstumsraten verhindert.
Zinssenkungen von 100 Basispunkten erwartet
Bei der Geldpolitik rechnet die Bank of America damit, dass die mexikanische Zentralbank Banxico im Jahresverlauf 2026 insgesamt 100 Basispunkte senken wird. Der Leitzins soll bis Ende 2026 auf 6,0% fallen, wobei die Senkungen voraussichtlich ab Februar abwechselnd erfolgen werden.
Die Analysten begründen ihre Erwartung mit der anhaltend schwachen Wirtschaftsleistung und dem relativ starken mexikanischen Peso. Die Produktionslücke dürfte das gesamte Jahr 2026 über negativ bleiben, was Spielraum für geldpolitische Lockerungen schafft.
Allerdings bleibt der genaue Zeitpunkt der Zinssenkungen unsicher. Mehrere inflationäre Faktoren könnten die Banxico zu Vorsicht mahnen: höhere Steuern, mögliche Zollerhöhungen und WM-bedingte Preiseffekte könnten die Teuerung vorübergehend antreiben und den geldpolitischen Handlungsspielraum einschrängen.
