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Fed-Gouverneur Waller: Zinssenkungen 2025 trotz Kriegsrisiken möglich

Christopher Waller sieht bei schnellem Kriegsende Spielraum für Zinssenkungen – Kerninflation soll weiter Richtung 2% sinken.

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Fed-Gouverneur Waller: Zinssenkungen 2025 trotz Kriegsrisiken möglich

Fed-Gouverneur Christopher Waller hat sich am Freitag zu den Auswirkungen des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran auf die US-Geldpolitik geäußert. Laut Waller dürfte der Konflikt die kurzfristige Inflation zwar nach oben treiben, ein schnelles Kriegsende würde jedoch den Weg für Zinssenkungen noch im laufenden Jahr freimachen.

Waller äußerte sich bei einer Veranstaltung an der Auburn University und skizzierte dabei ein konditionales Szenario: Sollte der Krieg bald enden, erwartet er, dass sich die Kerninflation weiter in Richtung des Fed-Ziels von 2% bewegen würde. Diese Entwicklung wäre eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die US-Notenbank ihren geldpolitischen Kurs lockern kann.

Vorsicht bei Zinssenkungen – aber Bereitschaft zur Lockerung

„Dies lässt mich bei Zinssenkungen zum jetzigen Zeitpunkt vorsichtig sein und eher zu Senkungen neigen, um den Arbeitsmarkt später im Jahr zu stützen, wenn die Aussichten stabiler sind", zitierte Reuters den Fed-Gouverneur. Waller signalisiert damit eine abwartende Haltung, schließt Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf jedoch ausdrücklich nicht aus.

Die Aussagen sind für Anleger und Märkte von erheblicher Bedeutung. Die US-Notenbank Federal Reserve beobachtet neben der Inflation stets auch den Arbeitsmarkt als zweiten Teil ihres doppelten Mandats. Waller deutet an, dass er bereit wäre, den Arbeitsmarkt mit Zinssenkungen zu stützen – sofern sich die geopolitische Lage und die Inflationsentwicklung entsprechend günstig gestalten.

Geopolitik als entscheidender Unsicherheitsfaktor

Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran stellt derzeit einen zentralen Unsicherheitsfaktor für die globale Wirtschaft und die US-Geldpolitik dar. Geopolitische Konflikte dieser Art können über steigende Energiepreise und gestörte Lieferketten inflationäre Impulse auslösen – ein Szenario, das die Fed in ihrer Zinspolitik berücksichtigen muss.

Wallers Aussagen verdeutlichen das Dilemma, in dem sich die Federal Reserve aktuell befindet: Einerseits besteht das Risiko, dass der Konflikt die Inflation wieder anfacht und Zinssenkungen verzögert. Andererseits könnte eine zu lange Hochzinsphase den US-Arbeitsmarkt belasten. Die Fed versucht, zwischen diesen beiden Risiken sorgfältig abzuwägen.

Für deutsche Anleger sind die Signale aus Washington besonders relevant, da die Geldpolitik der Fed regelmäßig Auswirkungen auf globale Kapitalmärkte, den Euro-Dollar-Kurs und indirekt auch auf die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank hat. Ein Zinssenkungszyklus der Fed könnte Rückenwind für Aktien und Anleihen weltweit bedeuten – sofern die geopolitischen Risiken sich nicht weiter verschärfen.

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