Fed-Entscheid und Einzelhandelsdaten: Das bewegt die Märkte am Mittwoch
Wall Street erwartet Zinserhöhung um 25 Basispunkte – Einzelhandelszahlen und Unternehmensberichte im Fokus.

Die US-Aktienmärkte haben zwei Handelstage in Folge Verluste verzeichnet. Für die nächste Sitzung am Mittwoch stehen gleich mehrere richtungsweisende Ereignisse auf dem Kalender. Anleger sollten sich auf einen ereignisreichen Tag einstellen.
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve. Die Wall Street erwartet, dass die Fed ihren kurzfristigen Leitzins um einen Viertelprozentpunkt anheben wird. Die offizielle Bekanntgabe erfolgt am Mittwochnachmittag um 14:00 Uhr Eastern Time (ET). Um 14:30 Uhr schließt sich eine Pressekonferenz mit Fed-Vorsitzendem Kevin Warsh an.
Renditen im Fokus
Die Rendite der zehnjährigen US-Treasury-Anleihe notiert aktuell bei 5,006 Prozent und bleibt damit ein zentraler Gradmesser für die Marktstimmung. Die Rendite der zweijährigen Treasury liegt bei 4,671 Prozent, die des einjährigen Schatzbriefs bei 4,372 Prozent. Am kurzen Ende der Kurve bringt der dreimonatige T-Bill 4,063 Prozent, der einmonatige T-Bill 3,848 Prozent.
Auch die High-Yield-Märkte liefern wichtige Signale. Der iShares 0-5 Year High Yield Corporate Bond ETF (SHYG) weist eine Dividendenrendite von 7,09 Prozent aus. Der iShares iBoxx High Yield Corporate Bond ETF (HYG) kommt auf 6,05 Prozent, der State Street SPDR Bloomberg High Yield Bond ETF (JNK) auf 6,72 Prozent. Der Fidelity Corporate Bond ETF (FCOR) bietet eine Dividende von 4,78 Prozent.
Einzelhandelszahlen als Konjunkturindikator
Bereits vor der Fed-Entscheidung stehen um 8:30 Uhr die Einzelhandelszahlen für August auf dem Programm. Die Konsensschätzung des Dow Jones geht von einem Anstieg um 0,8 Prozent aus. Im Vormonat war die Zahl überraschend um 0,6 Prozent gefallen – weit unter der erwarteten Steigerung von 0,1 Prozent. Steve Liesman, Senior Economics Reporter bei CNBC, wird sich ab Mittwoch in der Sendung „Squawk Box“ intensiv mit der Entscheidung befassen.
Der State Street SPDR S&P Retail ETF (XRT) liegt aktuell rund zehn Prozent unter seinem Hoch vom August. Einige Einzelhandelsaktien konnten jedoch von positiven Quartalszahlen profitieren. Signet Jewelers legte im September um 21 Prozent zu, in den letzten drei Monaten um 12,6 Prozent. Academy Sports & Outdoors stieg diesen Monat um 17 Prozent, Best Buy um 16 Prozent – auf Drei-Monats-Sicht sogar um 20,5 Prozent.
Andere Titel haben dagegen zu kämpfen. Casey's General Stores verlor im September 22 Prozent, in den letzten drei Monaten sogar rund 33 Prozent. Victoria’s Secret fiel diesen Monat um 15 Prozent, Burlington Stores um 12,5 Prozent – auf Drei-Monats-Sicht beträgt das Minus hier 32,5 Prozent.
Lennar und die Bauwerte nach Börsenschluss
Nach Börsenschluss am Mittwoch wird der Baukonzern Lennar seine Quartalszahlen vorlegen. Die Aktie ist im letzten Jahr um 40 Prozent gefallen, allein diesen Monat beträgt das Minus fast fünf Prozent. Auch andere Bauwerte stehen unter Druck: PulteGroup liegt 17 Prozent unter seinem Hoch vom Februar und verlor diesen Monat 5,4 Prozent. Toll Brothers fiel im letzten Jahr um 5,3 Prozent, diesen Monat um 6,5 Prozent. Hovnanian verzeichnet auf Jahressicht ein Minus von 21 Prozent, D. R. Horton von 18,5 Prozent.
Verteidigungs- und Fluggesellschaften auf der Laguna-Konferenz
Parallel dazu findet die 14. jährliche Laguna-Konferenz von Morgan Stanley statt. Mehrere Verteidigungs- und Fluggesellschaften präsentieren dort. Northrop Grumman liegt in den letzten drei Monaten um 2,5 Prozent im Minus, seit Kriegsbeginn im Iran um 26,7 Prozent. Lockheed Martin konnte in den letzten drei Monaten um 0,6 Prozent zulegen, verlor seit Kriegsbeginn jedoch rund 19 Prozent. L3Harris Technologies gab in den letzten drei Monaten rund 18 Prozent nach, seit Kriegsbeginn im Iran sogar 31,5 Prozent.
Auch United Airlines und Southwest Airlines treten auf der Konferenz auf. United Airlines (UAL) liegt im September um ein Prozent im Minus, seit Kriegsbeginn im Iran jedoch um 0,6 Prozent im Plus. Southwest (LUV) verzeichnet im September ein Plus von rund zwei Prozent, steht seit Kriegsbeginn im Iran aber mit 20 Prozent im Minus.
