Equinor plant massive LNG-Expansion bis Anfang der 2030er Jahre
Norwegischer Energiekonzern will Liefermenge auf bis zu 15 Millionen Tonnen steigern.

Der norwegische Energiekonzern Equinor treibt seine Expansionsstrategie im Bereich Flüssigerdgas (LNG) entschlossen voran. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, soll die jährliche Liefermenge bis Anfang der 2030er Jahre auf 10 bis 15 Millionen Tonnen gesteigert werden. Damit reagiert Equinor auf die wachsende Nachfrage in Europa und Asien.
Ingvar Egeland, Vizepräsident für LNG bei Equinor, kündigte an, dass das Unternehmen noch in dieser Woche einen weiteren Liefervertrag mit einem asiatischen Kunden unterzeichnen werde. Bereits im Mai hatte Equinor einen 15-Jahres-Vertrag mit dem indischen Unternehmen Deepak Fertilizers and Petrochemicals Corp abgeschlossen. Egeland betonte, dass man sich in intensiven Gesprächen mit zahlreichen Interessenten befinde, insbesondere in Indien und Südostasien. Der Fokus liege dabei primär auf staatlichen Energieversorgern und Düngemittelherstellern.
Geopolitische Lage treibt Nachfrage nach alternativen Bezugsquellen
Der Bedarf an alternativen LNG-Bezugsquellen in Asien ist durch die geopolitische Lage stark gestiegen. Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat dazu geführt, dass Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate den Export eines Großteils ihres LNG durch die Straße von Hormus nicht mehr sicherstellen können. Über diese strategisch wichtige Route wurde zuvor ein Fünftel der weltweiten Lieferungen abgewickelt.
Equinor baut seine Kapazitäten strategisch aus. Im August bezog das Unternehmen die erste US-LNG-Ladung aus der Exportanlage Sabine Pass von Cheniere. Das Unternehmen prognostiziert, dass sein Lieferportfolio bis 2030 ein Volumen von 7 Millionen Tonnen pro Jahr erreichen wird, sobald die US-Lieferungen ihre volle Kapazität ausschöpfen. Aktuell stammt die Hälfte der Liefermenge aus dem norwegischen Werk Hammerfest LNG.
Preisrisiken sollen diversifiziert werden
Um die Preisrisiken zu diversifizieren, sollen die geplanten zusätzlichen Mengen an den Brent-Ölpreis gekoppelt werden. Bei der Expansionsstrategie zieht Equinor als potenzielle neue Bezugsquellen die US-Ostküste, die kanadische Westküste, Südamerika sowie weitere afrikanische Länder in Betracht.
Ein geplantes Projekt in Tansania ist in dieser Zielvorgabe von 10 bis 15 Millionen Tonnen derzeit noch nicht enthalten. Es wurde aufgrund langwieriger Regierungsverhandlungen verzögert. Laut dem stellvertretenden Energieminister Tansanias könnte jedoch noch vor Jahresende eine neue Gesetzgebung für LNG-Investitionen verabschiedet werden, die den Weg für das Projekt freimachen würde.
Für den norwegischen Staatskonzern ist die LNG-Expansion ein zentraler strategischer Baustein. Mit der Ausweitung des Portfolios positioniert sich Equinor als einer der wichtigen globalen Akteure auf dem wachsenden LNG-Markt, der durch die geopolitischen Spannungen und den steigenden Energiebedarf in Asien weiter an Bedeutung gewinnt.
