Europäische Aktien leicht im Minus – Telekommunikationswerte belasten
STOXX 600 gibt 0,3 Prozent nach, bleibt aber auf Wochensicht im Plus.

Der europäische Aktienmarkt hat am Freitag leichte Verluste verzeichnet. Der pan-europäische Leitindex STOXX 600 notierte um 08:40 Uhr GMT bei 640,63 Punkten und gab damit um 0,3 Prozent nach. Zuvor war der Index an den beiden vorangegangenen Handelstagen um mehr als ein Prozent gestiegen.
Trotz des Rückgangs am Freitag steuert der STOXX 600 auf seinen ersten wöchentlichen Gewinn seit drei Wochen zu. Die Woche war geprägt von Zinsentscheidungen mehrerer wichtiger Zentralbanken sowie fallenden Ölpreisen.
Telekommunikationswerte und Einzelaktien unter Druck
Die größten Verluste verzeichnete der Telekommunikationssektor mit einem Minus von 2,0 Prozent. Besonders stark fiel der Kurs von Airtel Africa, der um 8,7 Prozent einbrach und damit zum größten Verlierer im STOXX 600 wurde. Hintergrund ist ein Bericht von Bloomberg News, wonach die Tochtergesellschaft Airtel Money eine Verkleinerung ihres geplanten Börsengangs (IPO) in London erwägt.
Auch Lebensmittel- und Getränkeaktien gaben nach und verloren 1,1 Prozent. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé fiel um 1,3 Prozent, nachdem Russland die Kontrolle über die lokalen Vermögenswerte des Unternehmens übernommen hatte.
Der Versicherungssektor verzeichnete ein Minus von 1,2 Prozent. Die Schweizer Helvetia und Baloise sowie die britischen Unternehmen Prudential und Legal & General lagen jeweils rund zwei Prozent im Minus.
Energieaktien schwächeln bei fallenden Ölpreisen
Energieaktien gaben um 0,6 Prozent nach. Die Ölpreise fielen den dritten Tag in Folge, blieben jedoch über der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Gestützt wurden die Notierungen durch Hoffnungen auf nur begrenzte Versorgungsunterbrechungen aus Saudi-Arabien.
Technologieaktien als Lichtblick
Ein positiver Ausreißer war der Technologiesektor, der um 0,6 Prozent zulegte. Besonders chipbezogene Unternehmen wie Aixtron und Infineon Technologies führten die sektoralen Gewinne an.
Zentralbankentscheidungen prägen die Woche
Die abgelaufene Handelswoche war von mehreren wichtigen Zinsentscheidungen geprägt. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hob die Zinsen zum ersten Mal seit drei Jahren an. Die Bank of England hingegen beließ die Zinsen unverändert. Beide Entscheidungen waren von den Märkten weitgehend erwartet worden.
Eine Atempause beim Ausverkauf am Anleihemarkt sowie die rückläufigen Rohölpreise förderten in dieser Woche die Risikostimmung der Anleger – trotz der Zinserhöhung der Fed.
Valentin Bissat, Chefvolkswirt bei Mirabaud Asset Management, kommentierte: „In den kommenden Tagen wird es interessant sein, von verschiedenen Mitgliedern der Fed zu hören … um zu verstehen, wie sie die Wirtschaft und das Gleichgewicht zwischen Wachstum und Inflation sehen.“
Sektoren im Wochenvergleich
Auf Wochensicht zeigten europäische Gesundheitsaktien die beste Performance, gefolgt vom Versicherungssektor. Finanzdienstleistungen und der Einzelhandel dürften dagegen die schwächsten Sektoren der Woche sein.
Auch die geopolitische Agenda bleibt spannend: Im Vorfeld der für die nächste Woche geplanten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping richten sich die Blicke der Anleger auf mögliche Entwicklungen im Handelskonflikt.
