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Trotz steigender Zinsen: Anleger setzen weiter auf Aktien

US-Renditen über 5%, Öl über 100 Dollar – doch Fondsmanager bleiben Aktien übergewichtet.

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Trotz steigender Zinsen: Anleger setzen weiter auf Aktien

Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries hat die Marke von fünf Prozent überschritten, während der Ölpreis aufgrund geopolitischer Spannungen weiterhin über 100 Dollar pro Barrel notiert. Dennoch zeigen sich Anleger weiterhin optimistisch für Aktien. Die jüngste Global Fund Manager Survey der Bank of America belegt: Die Mehrheit der Investoren bleibt globalen Aktien übergewichtet und blickt zuversichtlich auf die Gewinnentwicklung.

Die Umfrage unter 170 Fondsmanagern, die gemeinsam Vermögen in Höhe von 470 Milliarden Dollar verwalten, ergab, dass netto 49 Prozent der Befragten globale Aktien übergewichtet haben. Zwar ist dies ein leichter Rückgang zum Vormonat, doch Aktien bleiben die am stärksten übergewichtete Anlageklasse. Die Erwartungen an ein zweistelliges Gewinnwachstum je Aktie (EPS) für die kommenden zwölf Monate erreichten den höchsten Stand seit August 2021.

Aktienmärkte trotz Gegenwind im Aufwärtstrend

Der S&P 500 hat in diesem Jahr bereits mehr als 10,8 Prozent zugelegt. Der technologieorientierte Nasdaq Composite stieg seit Jahresbeginn um 11,8 Prozent, während der Dow Jones Industrial Average um 8,4 Prozent zulegte. Auch außerhalb der USA verzeichneten börsennotierte Unternehmen in Südkorea, Japan und Europa Kursgewinne.

38 Prozent der befragten Fondsmanager erwarten im kommenden Jahr einen globalen wirtschaftlichen „Boom“. Gleichzeitig befindet sich die Allokation in Anleihen auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2022. Die Anleger setzen damit klar auf Aktien, obwohl steigende Anleiherenditen und geopolitische Risiken die Märkte in den vergangenen Wochen verunsichert haben.

BlackRock bleibt risikofreudig

Die Strategen des BlackRock Investment Institute (BII) erklärten in einem Bericht, dass steigende Anleiherenditen sie nicht von ihrer risikofreudigen Haltung abgebracht hätten. „Höhere Zinsen und starke Aktien müssen nicht widersprüchlich sein – was die Renditen antreibt, ist entscheidend“, hieß es. Wenn höhere Renditen stärkere Investitionen und Wachstum widerspiegelten, könne die daraus resultierende Gewinnstärke einen höheren Kapitalkostenanteil ausgleichen. BlackRock halte daher an seiner Übergewichtung bei US-Aktien und KI fest.

Die Ausgaben für künstliche Intelligenz (KI) und die entsprechende Nachfrage könnten das Wachstum trotz kurzfristiger Volatilität weiter stützen, so die Einschätzung von BlackRock und UBS. „Wir glauben, dass KI-bezogene Investitionen das Wachstum und die Gewinne stützen können, selbst wenn derselbe Investitionsboom Kapital, Strom und andere knappe Ressourcen bindet“, fügten die BlackRock-Strategen hinzu.

KI-Hype: Chancen und Risiken

Toni Meadows, Leiter der Investments bei BRI Wealth Management, sprach gegenüber CNBC von einer „Goldrausch“-Mentalität rund um KI. Das Tempo der Investitionen in KI-Rechenzentren und die damit verbundene Infrastruktur sei derzeit unersättlich. Es werde jedoch Engpässe geben, und die kreislaufartige Natur einiger Umsatzströme innerhalb des Sektors öffne den „KI-Trade“ für gewisse Fragilitäten. Er bezweifle jedoch, dass die aktuellen Fragen die KI-Story zum Scheitern brächten.

Tej Sthankiya, Senior Investment Analyst bei Federated Hermes, sieht im jüngsten Ausverkauf bei KI-Angeboten Kaufmöglichkeiten für langfristige Investoren. Der Ausbau der KI-Rechenzentren sei durch den Zugang zu kritischen Halbleiterwafern und Strom kapazitätsbedingt eingeschränkt. Es gebe keine Anzeichen, dass sich diese Engpässe kurzfristig lösten.

UBS: KI-Nachfrage bleibt intakt

Mark Haefele, Chief Investment Officer bei UBS Global Wealth Management, betonte, die entscheidende Frage für Investoren sei nicht, ob die Entwicklung an der Frontlinie nachlasse, sondern ob die KI-Nachfrage und die Monetarisierung weiter expandierten. „Wir glauben, dass die Antwort immer noch Ja lautet“, sagte er. UBS bevorzuge einen diversifizierten Ansatz entlang der gesamten Wertschöpfungskette der KI – von Halbleitern und Netzwerktechnik über Stromversorgung und Cloud bis hin zu Softwareunternehmen.

Stärkere KI-Schutzmaßnahmen könnten den Wettbewerb neu gestalten, so Haefele. Die bisherigen Vorschläge legten jedoch nicht nahe, dass der KI-Investitionszyklus ende. Für Anleger bleibt damit die Frage, wie lange die aktuelle Phase erhöhter Volatilität anhält – und ob sich die Engpässe bei Halbleitern und Energieversorgung als dauerhafte Bremsklötze erweisen.

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