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EU-Kartellbehörden stoppen geplanten Nickel-Deal von MMG und Anglo American

Wettbewerbsbedenken: EU fürchtet Versorgungsengpässe für europäische Abnehmer durch chinesische Einflussnahme.

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EU-Kartellbehörden stoppen geplanten Nickel-Deal von MMG und Anglo American

Die Kartellbehörden der Europäischen Union haben Einwände gegen den geplanten Kauf des brasilianischen Nickelgeschäfts von Anglo American (LON: AAL) durch MMG (HKEX: 1208) erhoben. Die Behörden befürchten, dass die Transaktion den Wettbewerb einschränken und die Versorgung europäischer Kunden unterbrechen könnte.

Die EU hat dem in Hongkong notierten Bergbauunternehmen am Mittwoch eine Mitteilung der Bedenken zugesandt, in der die Sorgen hinsichtlich der Transaktion detailliert dargelegt wurden. Die Europäische Kommission (EC) fungiert dabei als Wettbewerbsbehörde der EU.

„MMG könnte die kohlenstoffarme Ferronickelversorgung des Zielunternehmens insbesondere zugunsten seiner verbundenen Edelstahlproduzenten (die von SASAC kontrolliert werden) umleiten und diese von europäischen Herstellern abziehen", heißt es in der Erklärung der Kommission.

Hintergrund der kartellrechtlichen Bedenken

Im Zentrum der Einwände steht die Eigentümerstruktur von MMG. Chinas staatliche Kommission zur Aufsicht über Vermögenswerte (Assets Supervision and Administration Commission, SASAC) kontrolliert die China Minmetals Corporation, welche ihrerseits die Kontrolle über MMG ausübt.

Der Schwerpunkt der Bedenken der Europäischen Kommission liegt auf der Frage, ob diese Eigentumsstruktur verbundenen chinesischen Edelstahlproduzenten einen bevorzugten Zugang zum kohlenstoffarmen Ferronickel des brasilianischen Betriebs verschaffen könnte. Dies würde zulasten europäischer Käufer gehen.

Durch den Einspruch gerät die geplante Expansion von MMG im Nickelbereich stärker in den Fokus der regulatorischen Aufsicht. Europa will den Zugang zu kritischen Rohstoffen schützen und Verwundbarkeiten in strategischen Lieferketten reduzieren.

Bestätigung früherer Berichte

Der Schritt der Kommission bestätigt einen Bericht vom Anfang dieses Monats, wonach die EU-Kartellbehörden wettbewerbsrechtliche Bedenken gegenüber der Transaktion geäußert hatten. Die offizielle Mitteilung der Bedenken stellt nun den nächsten Schritt im Prüfverfahren dar.

Für MMG bedeutet der Einspruch eine deutliche Hürde bei den Expansionsplänen im Nickelbereich. Das Unternehmen hatte auf Lieferverträge gesetzt, um den Deal mit Anglo American durchzubringen. Ob und unter welchen Auflagen die Transaktion letztlich genehmigt werden könnte, bleibt abzuwarten.

Die Entscheidung der EU-Kommission ist auch vor dem Hintergrund der zunehmenden geopolitischen Spannungen zwischen Europa und China zu sehen. Die Sicherung strategischer Rohstofflieferketten hat für Brüssel höchste Priorität, insbesondere bei Metallen wie Nickel, die für die Energiewende und die Elektromobilität von zentraler Bedeutung sind.

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