DuPont-Kursverfall: Wann Jim Cramer wieder einsteigen würde
Wells Fargo bestätigt Kursziel von 166 Dollar – doch der Krieg im Nahen Osten bremst das Vertrauen.

Die Aktienmärkte zeigen sich am Freitag schwächelnd, und auch der CNBC Investing Club mit Jim Cramer beobachtet die Lage genau. Während die Ölmärkte relativ gedämpft reagieren, steigt die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe wieder auf das psychologisch wichtige Niveau von 5 Prozent. KI-Aktien bleiben ein Lichtblick und krönen eine volatile Woche für diesen Sektor.
Besonders im Fokus: DuPont. Der Chemiekonzern verzeichnet seit dem 5. August einen Kursrückgang von rund 13 Prozent – ein Verlust, der vielen anderen Industrieaktien ähnelt. Steigende Ölpreise und höhere Zinssätze haben den gesamten Sektor unter Druck gesetzt.
Wells Fargo bleibt optimistisch
Analysten der Wells Fargo veröffentlichten am Donnerstag einen Bericht, in dem sie ihre Übergewichtungsempfehlung (gleichzusetzen mit einem Kauf) für DuPont bestätigen. Das Kursziel bleibt bei 166 Dollar. Die Analysten bewerten die potenziellen Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten als „überschaubar“. Die Region macht lediglich etwa 4 Prozent des Gesamtumsatzes von DuPont aus. Zudem versucht das Unternehmen, die Inflation bei Öl und Gas durch höhere Preise auszugleichen.
Wells Fargo nahm leichte Anpassungen an seinem Modell vor: Die Schätzung für den EBITDA-Gewinn im dritten Quartal wurde um 18 Millionen Dollar gesenkt, die Schätzung für das vierte Quartal um 17 Millionen Dollar erhöht – im Wesentlichen ein Nullsummenspiel.
Jim Cramer: Kein Einstieg ohne Friedensfortschritte
Trotz des positiven Analystenberichts zeigt sich Jim Cramer zurückhaltend. „Aufgrund des Berichts der Wells Fargo haben wir mehr Vertrauen in die Fähigkeit von DuPont, die konfliktbedingten Gegenwinde zu bewältigen“, so der bekannte Investor. „Aber wir zögern, weiteres Kapital in diese Position zu investieren, bis wir Fortschritte hin zu einer Lösung des Krieges erkennen.“
Diese Haltung unterstreicht die Unsicherheit, die derzeit über dem Industriesektor lastet. Anleger müssen abwägen zwischen soliden Fundamentaldaten und geopolitischen Risiken.
Gewinnmitnahmen bei Cyber-Aktien
Ein weiteres Thema des Tages: Cybersicherheitsaktien wie Palo Alto Networks und CrowdStrike, die zu Wochenbeginn aufgrund wachsender Bedenken hinsichtlich der KI-Sicherheit starke Outperformer waren, wurden am Freitag von Gewinnmitnahmen getroffen. Der Sektor zeigt damit die typische Volatilität nach einer starken Rallye.
Industrielle KI-Aktien legen zu
Positiv entwickeln sich dagegen industrielle KI-Aktien. Eaton und GE Vernova – beide Namen des Clubs – legten zu und äußerten sich positiv in Investorenkonferenzen dieser Woche. Auch im Halbleitersektor gibt es Gewinner: Broadcom, Micron und Qnity Electronics steigen, während Intel nach einer kräftigen Rallye von 12 Prozent zwischen Mittwoch und Donnerstag leicht nachgibt. Nvidia bewegt sich praktisch flach.
Ausblick: Wichtige Quartalszahlen nächste Woche
In der kommenden Woche stehen einige bemerkenswerte Unternehmenszahlen an. Innerhalb des Portfolios gibt Costco nach Börsenschluss am Donnerstag bekannt. Die jüngere Geschichte stimmt hier jedoch vorsichtig: Trotz üblicherweise positiver Ergebnisse ist die Aktie bei sieben der letzten acht Veröffentlichungen gefallen. Costco hatte am 19. Mai ein Rekordhoch erreicht, fiel seitdem aber um über 18 Prozent. Seit Ende August schwächeln die Kurse zusammen mit anderen Konsumgüteraktien.
Weitere bemerkenswerte Meldungen kommen von AutoZone, KB Home, Cintas, Paychex, General Mills, Cracker Barrel und Darden Restaurants. Auf der Datenfront stehen der S&P Global US Manufacturing and Services PMI, die wöchentlichen Arbeitslosenansprüche, die Verkäufe neuer Wohnhäuser, die Bestellungen langlebiger Güter sowie die Verbraucherstimmung und die 1-Jahres-Inflationserwartungen der Universität von Michigan an.
