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DSW fordert Schadenersatz für Leoni-Aktionäre

Streit um Sanierungsstrategie und Aktionärsbenachteiligung eskaliert

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DSW fordert Schadenersatz für Leoni-Aktionäre

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat einen bemerkenswerten Schritt unternommen, um im Namen der Aktionäre des Autozulieferers Leoni Schadenersatz von dessen ehemaligen Managern zu fordern. Dieser Vorstoß folgt auf eine kontroverse Sanierung des Unternehmens, bei der, so die DSW, die Mehrheit der Aktionäre durch die Handlungen des damaligen Vorstands und Aufsichtsrats benachteiligt worden seien. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Rolle des heutigen AMS-Osram-Chefs Aldo Kamper.

Die Kontroverse entzündete sich an der Entscheidung des Managements, den Großaktionär Stefan Pierer nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) zum Alleineigentümer zu machen, wodurch zwischen 25.000 und 30.000 weitere Aktionäre ihre Anteile verloren. Diese Aktionäre wurden von der Möglichkeit ausgeschlossen, sich an einer Kapitalerhöhung in Höhe von 150 Millionen Euro zu beteiligen, die Pierer allein übernahm. Gleichzeitig wurden dem Unternehmen Schulden in Höhe von 750 Millionen Euro erlassen.

Die DSW argumentiert, dass viele dieser Anleger gerne Anteilseigner geblieben wären, insbesondere da Leoni nach einem Gutachten möglicherweise schon in den Jahren 2024 oder 2025 die Krise überwinden hätte können. Laut Klaus Nieding, dem Vizepräsidenten der DSW, beläuft sich der entstandene Schaden auf rund 15,21 Euro je Aktie, was insgesamt etwa 240 Millionen Euro entspricht.

Eine Verfassungsbeschwerde gegen die gerichtliche Entscheidung, den Sanierungsplan zu bestätigen, war von den Aktionären bereits im Herbst gescheitert. Ein Gutachten des Dresdner Wirtschaftswissenschaftlers Werner Gleißner stützt nun die Sichtweise der DSW. Gleißner kritisiert das Management für sein mangelhaftes Risikomanagement und merkt an, dass es zweifelhaft sei, ob rechtzeitig adäquate Maßnahmen ergriffen wurden. Er weist auch darauf hin, dass die Aktionäre früher in die Sanierungsbemühungen hätten einbezogen werden müssen.

Ein weiteres Element in dieser komplexen Situation war der geplante Verkauf der Kabel-Sparte von Leoni, der 400 Millionen Euro in die Kassen hätte spülen sollen. Dieser Plan scheiterte jedoch, als der thailändische Käufer unerwartet zurücktrat.

Die DSW verfolgt mit ihrer Klage nicht nur das Ziel, Schadenersatz für die betroffenen Aktionäre zu erlangen. Die Organisation möchte auch verhindern, dass der Fall Leoni als Präzedenzfall für die Anwendung des StaRUG bei anderen börsennotierten Unternehmen dient. Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW, betont die Notwendigkeit, das Gesetz zu überarbeiten und zu verschärfen, um ähnliche Vorfälle in der Zukunft zu verhindern.

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