Chinas Aktienmärkte erhalten Atempause
Hoffnung auf 300-Milliarden-Dollar-Stabilisierungsfonds, während mangelndes Vertrauen den Kursrutsch antreibt

Die chinesischen Aktienmärkte erlebten vorerst eine Erholung, getragen von der Hoffnung auf einen milliardenschweren Stabilisierungsfonds. Laut Berichten erwägt Chinas Staatsführung, die Märkte mit mehr als 300 Milliarden Dollar zu unterstützen. Dieser Schritt könnte den Ausverkauf stoppen, der die Märkte belastete.
Die Überlegungen sehen vor, dass Staatskonzerne rund 280 Milliarden Dollar aus Offshore-Konten für den Stabilisierungsfonds bereitstellen. Zusätzlich könnten Staatskonzerne wie China Securities und Central Huijin mindestens 40 Milliarden Dollar für lokale Fonds zur Investition in Festlandsaktien zur Verfügung stellen.
Die positive Entwicklung zeigt sich in Hongkong, wo der Hang-Seng-Index um 2,6 Prozent stieg. Auch Chinas Leitindex CSI 300, der die 300 wichtigsten Aktiengesellschaften in Shanghai und Shenzhen abbildet, verzeichnete einen Anstieg um 0,4 Prozent.
Trotz wiederholter Stützungsversuche in der Vergangenheit waren staatliche Interventionen nicht nachhaltig erfolgreich. Die "Nationalteam"-Strategie, bei der Staatskonzerne eingreifen, konnte den Markt vorübergehend stabilisieren, aber langfristig blieben die Auswirkungen begrenzt.
Die Hoffnung auf den Stabilisierungsfonds sendet auch ein Signal an die Märkte, nicht gegen die Staatsführung zu wetten. Analysten betonen jedoch, dass staatliche Käufe allein in der Vergangenheit nicht ausreichten, um die Marktstimmung nachhaltig zu ändern.
Der Kursrutsch in China wurde nicht primär durch Makrodaten ausgelöst, sondern durch mangelndes Vertrauen der Investoren. Obwohl die Wirtschaftsdaten sich seit Oktober verbesserten, führte eine Flut schlechter Nachrichten seit Ende Dezember zu Unsicherheit.
Die Regulierung von Zahlungen bei Onlinespielen und Erinnerungen an den Tech-Crackdown vor zwei Jahren trugen zur Verunsicherung bei. Auch die rückläufigen ausländischen Direktinvestitionen in China im Jahr 2023 verstärkten die Bedenken.
Die Marktbedingungen waren "schrecklich", da zahlreiche Börsengänge im vergangenen Jahr verschoben wurden. Die große Liste von IPO-Kandidaten benötigt dringend Finanzmittel und Eigenkapital, um voranzukommen.
Interessanterweise profitierten weder Hongkong noch die Festlandsbörsen von der Ankündigung der US-Notenbank, die Zinsen im zweiten Halbjahr 2024 möglicherweise zu senken. Dies wirft Fragen über die Gesundheit der chinesischen Märkte auf, während andere asiatische Märkte Investitionswellen erlebten. Es bleibt abzuwarten, ob der potenzielle Stabilisierungsfonds die Märkte auf lange Sicht stabilisieren kann.
