ANZEIGE

Dieselpreis-Rekord: Transportunternehmen schlagen Alarm in den USA

Die Dieselpreise erreichen ein Allzeithoch und setzen die US-Transportbranche massiv unter Druck.

3 Min
Dieselpreis-Rekord: Transportunternehmen schlagen Alarm in den USA

Die Transportbranche, das Rückgrat der US-Wirtschaft, schlägt Alarm: Die Dieselpreise haben ein neues Rekordhoch erreicht und setzen Speditionen, Bahnbetreiber und die gesamte Lieferkette massiv unter Druck. Am Mittwoch lag der Preis für eine Gallone Diesel bei rund 6,31 US-Dollar, wie der Automobilclub AAA mitteilte.

Damit sind die Dieselpreise im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 70 Prozent gestiegen. Analysten führen den Versorgungsschock auf den Krieg zwischen den USA und Iran zurück. Die Folgen für die Wirtschaft sind bereits jetzt deutlich spürbar.

Transportaktien unter Druck

Besonders hart traf es die Aktie von J. B. Hunt. Der Transportdienstleister verlor in der Handelssitzung am Mittwoch mehr als 13 Prozent – einer der schlechtesten Tage für den Kurs seit dem Börsengang im Jahr 1983. Auch der breitere Dow Jones Transportation Average gab am Mittwoch um nahezu 3 Prozent nach. J. B. Hunt war der größte Verlierer des Index, zu dem auch Anbieter von Mitfahrgelegenheiten und Fluggesellschaften gehören.

Delco erwartet aufgrund der höheren Kosten einen Gewinnrückgang zwischen 5 und 10 Prozent vom zweiten ins dritte Quartal. Die dieselbedingten Preisdrucke dürften sich in den kommenden Tagen noch verstärken, warnte Patrick De Haan, Leiter der Petroliumanalyse beim Preisbeobachter GasBuddy.

Preise könnten auf 7 Dollar steigen

Der nationale Durchschnitt könnte nach Einschätzung von De Haan bereits in den nächsten zwei Tagen die Marke von 6,50 US-Dollar übersteigen. Besonders betroffen sind Bundesstaaten im Mittleren Westen wie Michigan, Ohio und Illinois, wo die Dieselpreise pro Gallone nach seinen Schätzungen in den kommenden Tagen auf 7 Dollar klettern könnten.

In Kalifornien hat der durchschnittliche Preis für eine Gallone Diesel die 8-Dollar-Marke bereits überschritten, wie AAA mitteilte. Allein im letzten Monat sind die Preise um fast 20 Prozent gestiegen.

Bedeutung für die US-Wirtschaft

Der Sektor der Transportdienstleistungen trug 2024 mit 1,9 Billionen US-Dollar zur US-Wirtschaft bei und machte damit mehr als 6 Prozent des gesamten erweiterten Bruttoinlandsprodukts des Landes aus, so das Bureau of Transportation Statistics. Die aktuellen Preisniveaus werden daher mit großer Sorge beobachtet.

Elkins erklärte, er behalte die Lage „mit sehr großer Vorsicht“ im Auge und führe Gespräche darüber, was diese Preisniveaus „für die Wirtschaft bedeuten“. Die rekordverdächtigen Dieselpreise kommen zudem zur Herbsterntezeit, was die Kosten für Produzenten von Feldfrüchten wie Mais und Weizen explodieren lässt, so Jacob Aiken-Phillips, Leiter der Verbraucher- und Einzelhandelsforschung bei Melius Research.

Auswirkungen auf Verbraucher

Ökonomen haben gewarnt, dass höhere Inputkosten bei Amerikanern beim Einkauf im Supermarkt oder beim Restaurantbesuch zu einem „Schock beim Blick auf die Preisschilder“ führen können. Aiken-Phillips sagte jedoch, dass diese kraftstoffbedingten Inflationsschübe zunächst von Landwirten, Transportunternehmen und Einzelhändlern absorbiert werden sollten, bevor sie in Form von Preiserhöhungen an die Verbraucher weitergegeben werden.

Trotz der energiebedingten inflationären Drücke kletterten die Einzelhandelsumsätze von Juli auf August um 1,2 Prozent. Ohne Ausgaben für Autos und Tankstellen wuchsen die Verkäufe sogar mit ihrem höchsten Niveau seit mehr als einem Jahr.

Chancen für alternative Antriebe

George Gianarikas, Analyst bei Canaccord Genuity, sagte Kunden am Mittwoch, dass steigende Kraftstoffpreise die Nachfrage im Transportsektor für autonomes Trucking und elektrische Frachtangebote ankurbeln könnten. Die aktuellen Entwicklungen könnten somit langfristig den Umstieg auf alternative Antriebstechnologien beschleunigen.

DieselpreiseTransportunternehmenUSAJ. B. HuntInflationKraftstoffpreiseDow Jones Transportation AverageLieferkette

Meistgelesene News

  1. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  2. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  3. Warsteiner verliert Motel One und Sauerland-Stern als Kunden
  4. Warsteiner Brauerei kämpft mit Krise und Absatzproblemen
  5. Fed-Zinsentscheidung: Märkte zwischen Inflationsdruck und Stabilisierung

Disclaimer