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Der mysteriöse Mann, der Kimberly Guilfoyle durch Europa folgt

Ein Lobbyist der Aktor Group begleitet die US-Botschafterin in Griechenland auf ihren Gas-Deal-Missionen durch den Balkan.

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Der mysteriöse Mann, der Kimberly Guilfoyle durch Europa folgt

Kimberly Guilfoyle befand sich weit entfernt von Mar-a-Lago. Die US-Botschafterin in Griechenland – die ehemalige Verlobte von Donald Trump Jr. – pendelte diesen Frühling auf einer Mission hin und her zwischen der bulgarischen Hauptstadt. Die Regierung Trump wollte Verbündete am östlichen Rand Europas dazu bringen, Milliardenbeträge an amerikanischem Erdgas zu kaufen.

Die bulgarische Regierung solle mit einer griechischen Baufirma namens Aktor Group verhandeln, so Guilfoyle gegenüber Gesprächspartnern. Aktor sei ein Neuling im Gasgeschäft, der sich mit einem staatlich geförderten griechischen Energieunternehmen zusammengetan habe, um Flüssiggas (LNG) aus den USA einzuführen. „Es besteht kein Zweifel, dass dies eine Art offizielle Position der US-Regierung ist“, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person.

Zur Seite der 57-jährigen Botschafterin saß bei einem Treffen mit dem bulgarischen Präsidenten ein 39-Jähriger namens Christos Marafatsos. Er hat so viele ihrer Sitzungen besucht, dass einige ausländische Beamte ihn für ihren Stabschef hielten. Tatsächlich ist er ein führender Lobbyist für Aktor, dessen CEO Guilfoyle mit einem Privatjet in das Land geflogen hatte.

Eine Botschafterin als zentrale Figur der Trump-Diplomatie

Die einstige Staatsanwältin, die sich zu einer Ikone der MAGA-Bewegung entwickelte, nutzt ihre Botschafterstellung in Griechenland, um sie in eine der wichtigsten diplomatischen Rollen der Trump-Administration zu verwandeln. Die ehemalige Fox-News-Moderatorin durchquerte den Balkan, um Europa dabei zu helfen, sich von russischer Energie zu lösen. Das Ziel ist ein „vertikaler Gaskorridor“, der darauf ausgelegt ist, US-LNG in Griechenland aufzunehmen und es Richtung Ukraine zu leiten.

Der Fall zeigt, wie eng wirtschaftliche Interessen und offizielle Diplomatie in der amerikanischen Energiepolitik gegenüber Europa verzahnt sein können. Die Vermischung von privaten Lobbyinteressen und staatlicher Mission wirft Fragen auf. Denn während Guilfoyle offiziell die Interessen Washingtons vertritt, sitzt mit Marafatsos ein bezahlter Vertreter eines Bauunternehmens an ihrer Seite – ein Umstand, der ausländischen Beamten offenbar nicht immer bewusst war.

Für deutsche Anleger und Energiebeobachter ist die Entwicklung in Südosteuropa von Bedeutung. Der geplante „vertikale Gaskorridor“ könnte langfristig die Gasflüsse in der Region verändern und die Abhängigkeit von russischen Lieferungen verringern. Ob sich die US-LNG-Pläne am östlichen Rand Europas durchsetzen, hängt dabei nicht nur von politischem Willen ab, sondern auch von der Frage, welche Unternehmen die Infrastruktur bereitstellen und wie transparent die Verhandlungen geführt werden.

Die Episode verdeutlicht zugleich, wie stark die Trump-Administration auf persönliche Netzwerke und Loyalität setzt. Guilfoyle, einst als Fernsehmoderatorin bekannt, hat sich in kurzer Zeit zu einer Schlüsselfigur der amerikanischen Energie-Diplomatie in Europa entwickelt. Ihr Einsatz für amerikanisches Flüssiggas ist Teil einer größeren Strategie, mit der Washington seinen Einfluss auf die europäische Energieversorgung ausbauen will.

Ob die bulgarische Regierung tatsächlich mit der Aktor Group ins Geschäft kommt, ist offen. Klar ist jedoch, dass die Reise der Botschafterin durch den Balkan weit mehr als eine reine Freundschaftsmission war. Sie verband diplomatische Ziele mit konkreten wirtschaftlichen Interessen – und mit einem Mann an ihrer Seite, dessen wahre Rolle vielen Gesprächspartnern zunächst verborgen blieb.

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