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DAX erholt sich zum Wochenschluss – Ölpreise und Zinsen bleiben Belastung

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DAX erholt sich zum Wochenschluss – Ölpreise und Zinsen bleiben Belastung

Rekordhohe Firmeninsolvenzen, steigende Anleiherenditen und ein nervöser Ölmarkt – und dennoch zeigten sich deutsche Anleger zum Wochenschluss erstaunlich widerstandsfähig. Der DAX schloss am Freitag mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 25.568 Punkten und machte damit die Verluste des Vortages, als der Index um 0,8 Prozent auf 25.361 Punkte gefallen war, vollständig wett. Rückenwind kam dabei von der Wall Street, wo ebenfalls eine freundliche Stimmung herrschte.

Trotz des heutigen Tagesgewinns bleibt die Wochenbilanz für den deutschen Leitindex ernüchternd: Unter dem Strich steht ein Minus von rund 1,8 Prozent. Belastet wurde die Stimmung in dieser Woche vor allem durch das angespannte Zinsumfeld und volatile Rohstoffmärkte.

Am Morgen hatte das Statistische Bundesamt gemeldet, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,7 Prozent auf über 12.800 Meldungen gestiegen ist – der höchste Stand seit 2013. Auf die Marktstimmung hatte diese Nachricht jedoch keinen zusätzlich negativen Einfluss.

Am Ölmarkt sorgte eine Gegenbewegung für etwas Entspannung: Gewinnmitnahmen drückten den Preis für das Nordseeöl Brent um rund 2,5 Prozent auf zuletzt 105 Dollar je Barrel. In der Nacht waren die Notierungen noch auf bis zu 110 Dollar je Barrel gestiegen. Ökonomen warnen, dass die anhaltend hohen Energiepreise die Inflation weiter antreiben und damit die Notenbanken zu weiteren Zinserhöhungen zwingen könnten.

Genau das ist derzeit das zentrale Thema an den Kapitalmärkten. Erst gestern hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent angehoben. Die Analysten von JPMorgan gehen nun davon aus, dass acht der neun Zentralbanken der Industrieländer bis zum Jahresende die Zinsen erhöhen werden.

Auch am Rentenmarkt spitzt sich die Lage zu. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte den höchsten Stand seit drei Jahren, während die Rendite 30-jähriger US-Anleihen zwischenzeitlich auf ein 19-Jahres-Hoch von 5,38 Prozent kletterte. Am Nachmittag erholten sich die US-Bondmärkte etwas. In Deutschland liegt die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ebenfalls auf einem Mehrjahreshoch bei 3,5 Prozent. Neben Inflationsängsten und Zinserhöhungserwartungen macht sich dabei zunehmend auch die wachsende Staatsverschuldung bemerkbar: Anleger fordern für das gestiegene Risiko höhere Risikoprämien.

Für etwas Beruhigung sorgten die aktuellen US-Inflationsdaten für August. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 3,4 Prozent – exakt im Rahmen der Erwartungen. Die Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet werden, lag ebenfalls wie erwartet bei 2,4 Prozent. Beide Werte liegen damit noch deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der US-Notenbank Federal Reserve (Fed).

Die Fed entscheidet kommenden Mittwoch über ihren Leitzins, der zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen wurde. Fed-Chef Kevin Warsh hatte zuletzt bei anhaltend hoher Inflation möglichen Handlungsbedarf angedeutet. Nach Bekanntgabe der Inflationsdaten drehten die US-Märkte ins Plus: Der Dow Jones legte rund ein Prozent zu. Viele Anleger setzen nun darauf, dass die Fed vorerst stillhält.

„Alle Daten für den anstehenden Zinsentscheid der Fed liegen jetzt auf dem Tisch. Der noch moderate Monatsanstieg der Kernrate spricht eher für ein Abwarten, andere Entwicklungen deuten auf weiterhin erhöhte Inflationsrisiken hin. Die Würfel für oder gegen eine Zinserhöhung sind damit noch nicht gefallen

MarktberichtDAXBörseMärkteTagesschau

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