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Crispin Odey scheitert mit Berufung gegen FCA-Berufsverbot

Tribunal bestätigt Berufsverbot für Hedgefonds-Gründer, reduziert Geldstrafe auf 1,5 Millionen Pfund.

3 Min
Crispin Odey scheitert mit Berufung gegen FCA-Berufsverbot

Crispin Odey hat vor einem britischen Tribunal eine Niederlage erlitten: Das Berufungsgericht bestätigte das von der Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) verhängte Berufsverbot gegen den 67-jährigen Hedgefonds-Gründer. Lediglich die Geldstrafe wurde von 1,8 Millionen auf 1,5 Millionen Pfund reduziert. Das Urteil ist ein fast vollständiger Sieg für die Regulierungsbehörde.

Das Upper Tribunal kam zu dem Schluss, dass Odey sich in den von der FCA angeführten Punkten „der Integrität entbehrt“ habe. Die Richter bescheinigten dem ehemaligen Hedgefonds-Manager eine „rücksichtslose Missachtung“ der Unternehmensführung. Konkret hatte Odey zweimal den Vorstand seiner Firma entlassen, um einer Disziplinaranhörung wegen sexueller Belästigung von weiblichen Mitarbeiterinnen zu entgehen.

Ein Urteil mit weitreichenden Folgen

In der Urteilsbegründung stellten die Richter fest, dass Odeys Überzeugungen „eine verzerrte Wertevorstellung widerspiegelten, die auf einem starken Gefühl des Anspruchsrechts beruhte“. Er sei „von eigenem Interesse und Selbstschutz motiviert gewesen, um der Rechenschaftspflicht zu entgehen“. Das Tribunal betonte, dass der „primäre Fokus“ des Falls auf Odeys „Integritätsmangel in der Corporate Governance“ gelegen habe – nicht auf dem angeblichen sexuellen Fehlverhalten selbst. Dennoch seien die Vorwürfe für den Fall relevant gewesen.

Der Fall ist der jüngste Schlag für Odeys Versuche, seinen Ruf zu reparieren. Drei Jahre zuvor war er von seinem Hedgefonds Odey Asset Management zurückgetreten, nachdem die Financial Times detaillierte Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung gegen ihn veröffentlicht hatte – darunter auch von mehreren Frauen, die bei seiner Firma gearbeitet hatten.

Hintergrund des Verfahrens

Odey, ein ehemaliger Spender der Conservative Party und Brexit-Befürworter, der sich durch Wetten gegen britische Banken während der Finanzkrise 2008 einen Namen machte, hatte im vergangenen Jahr rechtlich gegen die von der FCA verhängte Strafe und das Berufsverbot geklagt. Während einer hochkarätigen Anhörung im März musste er sich mit mehr als 46 Anschuldigungen sexueller Belästigung durch weibliche Mitarbeiterinnen auseinandersetzen.

Timothy Pearey, der ehemalige Chief Executive von Odeys Firma, bezeichnete Odey vor Gericht als „Sex-Stalker“ und „Soziopathen“ mit einem „ernsten Problem“ in seiner Einstellung gegenüber Frauen. Odey selbst gab zu, dass Enthüllungen über sein Verhalten das Risiko bargen, beim inzwischen insolventen Hedgefonds Odey Asset Management als „unheimlicher alter Mann“ wahrgenommen zu werden.

Odeys Verteidigungsstrategie

In der Kreuzvernehmung während seiner Klage bei der FCA räumte Odey ein, eine Kollegin im Jahr 2005 an den Brüsten berührt zu haben, als sie allein im Büro waren. Er sagte dem Tribunal jedoch, die Frau habe „seine Entschuldigung akzeptiert“, und fügte hinzu, er sei damals unter dem Einfluss eines zahnmedizinischen Sedierungsmittels gewesen.

Der Finanzmann präsentierte sich als „Opfer“ des Drucks der Aufsichtsbehörde, sexuelle Belästigung und anderes nicht-finanzielles Fehlverhalten zu bekämpfen. Er argumentierte, dass er beim Flirten mit Empfangsdamen, beim Massieren ihrer Schultern und bei Einladungen zum Mittagessen „sie nur bequem machen“ wollte. Als er sich selbst als „Dinosaurier“ beschrieb, sagte er dem Tribunal: „Eines der Unangemessenen war der Glaube, dass eine 25-Jährige überhaupt an einem 60-jährigen Mann interessiert sein könnte. Das war der Traum eines alten Mannes, ein alberner.“

Signalwirkung für die Londoner City

Das Tribunal drückte dennoch seine Besorgnis aus und erkannte diejenigen Frauen an, denen Odey zugesteht, emotionalen oder anderen Schaden zugefügt zu haben. Odey hat nun zwei Wochen Zeit, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Der rechtliche Sieg der FCA stärkt ihre Fähigkeit, Führungskräfte zur Verantwortung zu ziehen – in einem Umfeld, das viele als weiterhin von Diskriminierung, Einschüchterung und Belästigung in Teilen der Londoner City geprägt betrachten. Das Urteil folgt einem ähnlichen Ausgang im vergangenen Jahr bei der rechtlichen Klage des ehemaligen Barclays-Chefs Jes Staley, der es nicht schaffte, ein Berufsverbot und eine Geldstrafe der FCA wegen „rücksichtsloser“ Täuschung der Aufsichtsbehörde bezüglich seiner Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aufzuheben.

Zwei Monate vor dem Tribunal-Urteil hatte Odey separate Schadensersatzklagen von fünf Frauen wegen sexueller Belästigung, einschließlich eines Vergewaltigungsvorwurfs, außergerichtlich beigelegt. Zudem zog er kürzlich eine Verleumdungsklage gegen die Financial Times bezüglich deren Berichterstattung über die Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens zurück.

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